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In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken

 

Die Bemerkung des Google-Chefs Eric Schmidt, wonach man Geheimnisse vielleicht besser gar nicht erst haben sollte, hat den Hacker Moxie Marlinspike dazu inspiriert, eine Firefox-Erweiterung für die Google-Nutzung zu erstellen. Der freiberuflich tätige Sicherheitsexperte hat dazu einen Proxy-Dienst entwickelt, der eigens für die Google maßgeschneidert wurde.

Das bedeutet, dass im Unterschied zu anderen Proxy-Diensten nicht einfach nur die IP-Adresse maskiert wird. Vielmehr übernimmt der GoogleSharing-Proxy die Aufgabe, sich gegenüber Google als eine Art zufällig ausgewählter Standard-User auszuweisen. Das auch beispielsweise mit Hilfe von scheinbar authentischen Cookie-Informationen. Damit wird eine anonyme Nutzung zumindest der Suchfunktionen und einiger anderer Dienste (Maps, Groups, News etc.) möglich. Dienste wie Google Mail, die auf authentischen Cookies basieren, können damit nicht genutzt werden.

Welchen Vorteil dieses Verfahren gegenüber der von Google angebotenen Deaktivierung (Google -> beliebige Suche -> Ergebnisseite -> Webprotokoll ->Anpassung auf der Grundlage von Suchaktivitäten abgemeldeter Nutzer deaktivieren) des Tracking hat, ist schwer zu sagen.

Das hängt auch damit zusammen, wie sehr, beziehungsweise ob man den Angaben der Suchmaschine vertrauen kann. Sicher scheint jedenfalls, dass Google die von Marlinspike entwickelte Anonymisierung schnell enttarnen und verhindern könnte - es aber mit der allergrößten Wahrscheinlichkeit nicht tun wird. Das nicht nur weil eine solche Maßnahme von der Öffentlichkeit als "böse" wahrgenommen würde.

Dagegen spricht auch, dass Benutzer von GoogleSharing ohnehin keine interessante Zielgruppe darstellen. Wer keine individualisierte Werbung wünscht, wird vermutlich jede Werbung ignorieren.

Noch dazu repräsentiert diese Gruppe nur eine kleine Teilmenge der Gesamtheit der Firefox-Nutzer, denn Erweiterungen sind allgemein nicht sehr populär. Adblock Plus, eine der populärsten Erweiterungen wird auf schätzungsweise 5% (68 Millionen Downloads) aller Firefox-Installationen eingesetzt. Marlinspikes Software wurde seit Montag gerade 777 Mal geladen. Google würde auch 7 Millionen locker verkraften können.


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