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Den bizarren Fall eines Selbstmord-Komplotts haben Ermittler der Vereinten Nationen in Guatemala nach Monaten der Ermittlung aufgedeckt. Ein 47 Jahre alter Anwalt hat dort im vergangenen Jahr ein Attentat auf sich selbst vorbereitet und dafür gesorgt, dass nach seinem Tod ein Video bei YouTube verbreitet werden kann, das die "wahren" Mörder enttarnt.

Der Plot des Attentats war recht einfach gestrickt. Der Anwalt Rodrigo Rosenberg aus Guatemala City beschaffte sich Mobiltelefone, um es authentisch erscheinen zu lassen, dass er das Opfer einer Erpressung ist. In der Hauptstadt Guatemalas, die zu den gewaltsamsten Städten der Welt gehört, sicher keine Ausnahme. Offenbar auch nicht ganz so ungewöhnlich war, dass er die Cousins seiner von ihm geschiedenen Frau um Unterstützung bat. Sie sollten den Erpresser auf seine Bitte hin beseitigen.

Die Männer kamen der Bitte nach, wurden aber gefasst und gestanden nach einigen Monaten die Tat. Ein offenkundiger Fehler im Plan des Anwalts, der nicht berücksichtigt hatte, dass der von ihm ausgewählte Ort von mehreren Sicherheitskameras überwacht wird. Sein Plan war ein ganz anderer. In seinem Abschiedsvideo, das er einem Freund hinterließ, erklärte er sich zum Opfer eines Attentats, für das der Präsident des Landes, Alvaro Colom, die Verantwortung zu tragen hat.

Der 2007 gewählte Sozialdemokrat wird in dem Video des Anwalts mit zwei anderen Morden in Verbindung gebracht, die vermutlich den Schlüssel für den geheimen Plan des Selbstmörders bilden. In seiner Gegenwart waren ein älterer Geschäftsmann und dessen Tochter im fahrenden Auto erschossen worden. Der Geschäftsmann war sein Klient, mit der Tochter hatte er vermutlich eine geheime Liebesbeziehung.

Für die Ermordung machte der Anwalt den Politiker und dessen Parteifreunde verantwortlich, was nach der Videobotschaft gerade von den politischen Gegnern des Präsidenten gerne geglaubt wurde. In Folge gab es Proteste und massive Rücktrittsforderungen an den Präsidenten wegen des "YouTube Mordes". Zwei Wochen lang stand das Schicksal des Politikers auf Messers Schneide.

Die Tatsache, dass er im Amt bleiben konnte, verdankt der Präsident nach Einschätzung des Guardian nur dem Umstand, dass in den USA George W. Bush Platz für Barack Obama machen musste. Der gab als wichtigstes Mitglied der Organisation amerikanischer Staaten der Regierung Colom volle Rückendeckung. Der Selbstmord des Anwalts ist damit nur noch eine groteske Seitenlinie der Geschichte.

 

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