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10. Februar 2010
Posted in Internet News
Der Name der Aktion, zu der mit Online-Flyern aufgerufen wurde und zu der Unbekannte auch Presseinformationen per Mail verschickten, leitet sich aus einer Halbwahrheit ab. In der Pressemitteilung einer Anti-Zensur-Gruppe ("Somebody think of the Children") war die Behauptung aufgestellt worden, weibliche Porno-Modelle mit kleinen Brüsten würden vom "Australian Classification Board" zensiert, der staatlichen Filmkontrolle des Landes.
Das ist allerdings nur insofern wahr, als das ACB alle Filme individuell prüft und dabei Videos aus dem Verkehr zieht, in denen Modelle des Anschein erwecken sollen, unter 18 Jahre alt zu sein. Doch die vereinfachte Darstellung "Australien zensiert kleine Brüste" machte schnell die Runde und führte letztendlich zu der Gewaltaktion, von der ernsthaft interessierte Gruppen nun vor allem Nachteile erwarten.
Die Gruppe StopInternetCensorship.org und die Gilde australischer Sysadmins distanzieren sich daher auch von der Anonymous-Aktion. Denn die DDoS-Attacke hilft nicht, der Bevölkerung die eigentlichen Probleme zu vermitteln. Und diese bestehen durchaus auch in der staatlichen Filmkontrolle, die nicht dokumentierte Prüfverfahren nutzt, um Filme zu klassifizieren oder zu zensieren.
Die Zensurgegner sehen dabei sogar Willkür beziehungsweise Ignoranz am Werke, etwa weil angeblich die Darstellung weiblicher Ejakulation von der Prüfstelle als "Urinieren" zensiert wird. Diese Behauptung war übrigens der Ursprung der erwähnten Pressemitteilung, denn im Zusammenhang mit einem weiteren Bericht über dieses Thema war auch die Vermutung aufgestellt worden, dass sich unter der amtierenden Regierung die Brustgröße weiblicher Modelle in Porno-Magazinen deutlich vergrößert hat.
Aus diesem obskuren Informations-Gemenge ist nun also zum wiederholten Mal eine handgreifliche DDoS-Attacke geworden, die im Unterschied zu ersten Anonymous-Aktion gegen Australien wirklich einige Rechner in die Knie gezwungen hat. Doch mit diesem "Erfolg" wächst leider auch die Wahrscheinlichkeit, dass die australische Regierung eine noch restriktivere Politik als bisher begründen kann.
Denn in der Öffentlichkeit wird von der ganzen Aktion vermutlich nur ankommen, dass "anonyme" Täter den Staat angegriffen haben. Das könnte es dem Bürger verständlicher machen, warum der Staat beispielsweise gegen die anonyme Meinungsäußerung im Internet vorgehen will. Anonymous hat unter diesem Gesichtspunkt gewissermaßen kontraproduktiv gehandelt.
Man muss allerdings auch sehen, dass solche Aktionen die Aufmerksamkeit auf Missstände lenken und die öffentliche Diskussion anregen. Von daher war die Aktion vielleicht sogar sinnvoll und diente nicht nur dem (ebenfalls angestrebten) Spaß.
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