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Harvard-Jurist Ben Edelman hat ein weiteres Ärgernis des heutigen Internet ins Visier genommen. Zusammen mit Tyler Moore, einem Postdoktoranten im Fachbereich der Ingenieur-Wissenschaften in Harvard, hat er versucht, das Phänomen der Vertipper-Domains und ihrer Einnahmequellen einzugrenzen.

Eine Aufgabe, die empirisch nicht sehr einfach zu bewerkstelligen ist, denn alleine unter .com sind über 80 Millionen Domains angemeldet. Selbst bei einer Stichprobenbildung wäre eine Überprüfung durch Sichtung schwer.

Edelman und Moore haben sich daher für ein pragmatisches Vorgehen entschieden. Sie haben eine Liste von 3.264 .com Domains aus den Top 6.000 Sites von Alexa.com gebildet, wobei die Länge der Domain ein weiteres Kriterium bildete. Die Stichprobe berücksichtigte damit keine Domains anderer TLDs und auch keine "kurzen" Domains von weniger als 5 Zeichen. Durch die Berechnung unter anderem der Levenshtein-Distanz bildeten sie dann einen Pool möglicher Vertipper, die sie mit dem Adressbestand der 81 Millionen .com Domains verglichen.

Das Ergebnis waren 1,9 Milliarden Typo-Kandidaten, die sich durch weitere Schätzungen auf 938.000 wahrscheinliche Vertipper-Domains reduzierten. Um jede der 3.264 populären Domains hat sich also im Schnitt eine Wolke von 281 Vertipper-Domains gebildet. Für weitere Untersuchungen mit einem Crawler wurde dann eine weitere Untermenge von fast 300.000 Domains gebildet.

Auf Grundlage der eingeschränkt aussagekräftigen Crawler-Ergebnisse - 125.000 Sites blockierten den Crawler, 70.000 Sites blieben unklassifiziert - kommen Edelman und Moore zu dem Ergebnis, dass ca. 80% der Vertipper-Domains an PPC-Werbeprogrammen teilnehmen und ca. 20% einem Redirect auf eine andere Domain dienen. Die beiden Werbeprogramme von Google und Yahoo dominieren dabei eindeutig bei den PPC-Programmen. Auf 57,2% der vom Crawler besuchten Sites waren Google Anzeigen zu finden, auf weiteren 20,5% waren es Anzeigen von Yahoo beziehungsweise der Unternehmenstochter Overture. Alle weiteren Werbeprogramme (Ask.com, Miva und Enhance) erhielten jeweils deutlich weniger als 1%.

Das heißt, Google und Yahoo können als wichtigste Förderer des Geschäfts mit den Vertipper-Domains gelten. Wobei Edelman und Moore all jenen den Wind aus den Segeln nehmen, die dieses Geschäft für unvermeidbar weil schwer kontrollierbar halten. Die beiden Autoren haben beispielsweise bei der weiteren Analyse festgestellt, dass bei 63% der Google-Anzeigen jeweils eine von 5 immer wieder auftauchenden IDs verwendet werden. Ein Großteil des Geschäfts ist also auf wenige Google-Konten konzentriert.

Ein weiterer Hinweis, dass Typo-Domains auch maschinell identifizierbar sein könnten, zeigt sich bei der Betrachtung der Name Server. Einzelne Name Server bedienen zu großen Teilen (über 60%) nur Vertipper Domains, während bei anderen Name Servern das "Parken" von Domains zum Geschäftsmodell der Betreiber gehört. Außerdem ist auch die große Zahl der blockierenden Sites ein Hinweis auf die Konzentration des Geschäfts. Dabei handelte es sich teilweise um Server, die Tausende von Typo-Domains beherbergen und die wiederholte Besuche des Crawlers sperrten.

Insgesamt zeigen die beiden Autoren damit, dass Vertipper-Domains auch eine Folge der Werbeprogramme von Google und Yahoo sind. Wobei dieser Zusammenhang sich ferner darin bestätigte, dass Domains im Umfeld höherer Werbepreise auch zu einer höheren Zahl von Vertipper-Domains führten. Die Vertipper-Domains sind dabei nicht nur ein Ärgernis für die Besucher, sondern auch für die Inhaber der echten Domains. Denn nicht selten werden ihre eigenen Anzeigen auf den Vertipper-Domains eingeblendet und sie bezahlen somit selbst für ihre Nachahmer.

Das Argument, dass dieses Geschäft schwer kontrollierbar ist, lassen Edelman und Moore wie gesagt nicht gelten. Ihrer Meinung nach gibt es mehrere Indikatoren, die eine zuverlässige Identifikation eines Großteils der Vertipper-Domains möglich machen könnten. Doch die Werbeunternehmen scheinen kein großes Interesse zu haben, diesem Geschäft den Boden zu entziehen.


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