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Bryan Horling, Mitarbeiter in Googles Team für personalisierte Suche, hat bei einem Vortrag in Santa Clara eine interessante Angabe gemacht: Etwa jede fünfte Suche eines Internet-Nutzers wird bei Google inzwischen personalisiert. Das bedeutet, dass diese 20% aller Suchen auf die Lokation des Benutzers, seine Web History sowie seine Online-Kontakte maßgeschneidert werden.

Damit ist ausdrücklich nicht die Anpassung der Ergebnisse an beispielsweise das Herkunftsland oder den jeweiligen Kontinent gemeint. Dass ein Anwender in den USA bei der Suche nach "Steuern" auf der Seite der IRS landet und ein Brite stattdessen die Steuer- und Zollbehörde Ihrer Majestät erhält, ist ohnehin schon seit Jahren gängige Praxis. Anhand der Zuordnung der Geo-Lokation der IP des Anwenders ist das kein Problem.

Die Anpassung der Ergebnisse, wie sie Horling beschreibt, fand in der Vergangenheit dagegen nur bei eingeloggten Usern statt. Erst seit einem Jahr setzt Google seine Cookies ein, um Benutzer individuell wiederzuerkennen, und um die Ergebnisse entsprechend anzupassen. Wobei sich diese Anpassung im einfachsten Fall daran zeigt, dass angeklickte Suchergebnisse auf der zweiten oder dritten Ergebnisseite bei einer erneuten Suche viel weiter vorne auf der Ergebnisliste landen.

Doch solche Anpassungen, die auf den unter google.com beziehungsweise google.de gesammelten Informationen beruhen, sind offenbar noch lange nicht alles. Möglicherweise fließen inzwischen auch die bei Google Mail gesammelten Informationen in diese Anpassung ein. Welche Online-Kontakte sollten sonst gemeint sein? Und was die "Web History" angeht, drängt sich der Verdacht auf, dass das weit verbreitete Google Analytics hierbei eine Rolle spielen könnte. Sollten die auf vielen tausend Web Sites gesammelten Daten helfen, die Suchergebnisse zu verbessern?

Womit jetzt nicht gleich die Litanei vom bösen großen Bruder angestimmt werden soll, der jede Bewegung überwacht und alles speichert. Solange hierdurch die Ergebnisse für den Anwender wirklich verbessert werden und Missbrauchsrisiken ausgeschlossen sind, kann man das durchaus als Vorteil betrachten. Es wäre aber schön, von Google in dieser Hinsicht Klartext zu hören.

Denn in der Vergangenheit hieß es immer, dass es keinen Austausch der Daten zwischen den einzelnen Diensten der Suchmaschine gibt. Doch nach der Angabe, dass Web History und Online-Kontakte die Ergebnisse beeinflussen, müssen Zweifel an dieser Darstellung aufkommen.

 

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