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FIPP, der internationale Verband der periodisch erscheinenden Druckwerke, erwägt eine Beschwerde bei Apple, weil der Gerätehersteller es beispielsweise dem deutschen Springer-Verlag untersagt hat, die iPhone-Anwendung das "BILD-Girl zum Schütteln" im iTunes Store zu verbreiten.

Diese spezielle Software zeigt jede Woche neu ein bekleidetes Fotomodell, das bei jedem Schütteln des iPhone ein Kleidungsstück verliert und dazu "einen fröhlichen Jauchzer von sich gibt". Am Ende ist die Frau dann nackt und wird damit für Apple zum Problem. Denn die g'schamige Anti-Nippel-Politik des Herstellers verbietet es auf diffuse Art und Weise, zu viel nackte Haut zu zeigen.

An diesem Punkt aber fühlt sich die BILD zensiert und hat den deutschen Zeitschriftenverband VDZ schon überzeugt, dass man auch in dieser Hinsicht den Anfängen wehren muss. Schließlich sind es heute noch Brustwarzen, doch morgen könnten es schon politische Kommentare sein, die nicht in das Apple-Weltbild passen.

So unglaublich es klingt, ausgerechnet die BILD gibt damit den Vorkämpfer für Pressefreiheit und sie liegt mit ihrer Kritik im Grunde sogar richtig. Apple sollte es sich nicht anmaßen, mit dem iPhone auch die verklemmte Prüderie seines Heimatlandes exportieren zu wollen. Erst recht nicht, wenn man die anwendbaren Playboy-Mädchen weiterhin unzensiert passieren lässt, weil es sich dabei um "bekannte Unternehmen mit zuvor publiziertem Material (handelt), das weithin in akzeptiertem Format erhältlich ist".

Was allerdings die Beschwerde der FIPP angeht, so sollte man die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Der Verband ist kaum in der Lage, Apple mit einer Beschwerde in Angst und Schrecken zu versetzen. In den Pressemitteilungen der Organisation ist auch nichts von der Schüttler-Software der BILD zu lesen. In der letzten Pressemitteilung des Verbands wird vielmehr eine eigene iPhone Anwendung bekannt gegeben. Die kann man so lange schütteln wie man will, sie liefert nur Neuigkeiten aus der Zeitungs- und Zeitschriftenwelt.

 

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