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Nachdem Google-Chef Eric Schmidt in der letzten Woche ein baldiges Ergebnis der Gespräche mit der chinesischen Regierung angekündigt hat, versuchen einige US-Medien, dieser Entscheidung zuvorzukommen. Für das Wall Street Journal und andere Zeitungen scheint es dabei der wahrscheinlichste Ausgang, dass Google seine chinesische Site abstellt.

Mit diesem Ergebnis müsste man die Verhandlungen eigentlich als gescheitert betrachten. Die Suchmaschine hatte diese Gespräche gesucht, nachdem man sich von chinesischen Hackern angegriffen sah. Diese Angriffe sollen unter anderem dazu gedient haben, Dissidenten und ihre Unterstützer beziehungsweise deren Mail-Konten bei Google auszuspionieren. Dieser (mutmaßliche) Vorsatz der Hacker dient dann als Begründung, von China nicht die Einstellung der Angriffe zu verlangen, sondern ein Ende der Zwangszensur.

China aber verneint jeden Zusammenhang mit Hacker-Angriffen und zeigt sich auch hinsichtlich seiner Zensurforderungen eisern. Wenn Google nicht filtert, verstößt das Unternehmen gegen chinesisches Gesetz und muss mit Konsequenzen rechnen.

Nun wird aber damit gerechnet, dass Google im Fall eines Rückzugs aus China auch weiterhin chinesische Suchanfragen bearbeiten wird. Nur eben nicht mehr unter google.cn, sondern unter google.com. Auch in diesem Fall wird das US-Unternehmen möglicherweise gegen chinesisches Recht verstoßen. Doch die US-Site ist für juristische Angriffe der Chinesen so gut wie unerreichbar. Was China allerdings nicht abhalten kann, den Zugang zu google.com entweder komplett sperren, oder wie es häufiger der Fall ist, den IP-Verkehr zu behindern, um Besucher auszubremsen.

Wird google.cn geschlossen, dann wird es auch keinen Grund mehr geben, eine Niederlassung in China zu betreiben. Eine der wichtigsten Aufgaben dieser Niederlassung dürfte es bisher noch sein, mit den chinesischen Werbekunden und Geschäftspartnern zu kommunizieren. Den Geschäftspartnern Googles wurde inzwischen von der chinesischen Regierung aber auch schon gedroht. Dabei geht es insbesondere um chinesische Portal-Sites, die Googles Suchschlitze integriert haben. Diesen Unternehmen wurde von Seite der Regierung dringend empfohlen, sich nach einem möglichen Ersatz umzuschauen, sollte Google die verlangte Zensur beenden.

Alternativen dürfte es ja einige geben. Etwa die chinesische Suchmaschine Baidu, oder Microsofts Suchmaschine Bing.com. Der Google-Konkurrent hat jedenfalls schon verlauten lassen, dass ein Rückzug aus China für Microsoft nicht in Frage kommt.

 

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