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Unternehmensberater McKinsey sieht das Internet in China im Begriff, das Fernsehen zu verdrängen. In den 60 größten Städten des Landes verbringen die Menschen inzwischen 70% ihrer Freizeit mit dem Internet. Selbst in den kleineren Städten sollen es laut McKinsey-Umfrage noch 50% sein.

Das Beratungsunternehmen schlussfolgert aus der Studie, dass das Internet sich zunehmend zur Unterhaltungszentrale der Familie entwickelt. Was in den Familien zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen um die Frage führen soll, wer den Computer benutzen darf. Doch Anekdoten dieser Art beiseite, nimmt das Internet in dem riesigen asiatischen Land eine andere Entwicklung als in Europa und den USA.

In den westlichen Ländern hat die Internet-Nutzung bereits eine gewisse Sättigungsgrenze erreicht. Das Wachstum hier ist nur noch als schwach zu bezeichnen. Doch in China, wo bereits knapp 400 (McKinsey: 384) Millionen online sind, ist immer noch viel Luft bis zum Deckel. Das gilt in dem Milliardenstaat selbst noch für Mobilfunkgeräte, obwohl die Zahl der Mobilfunkkunden schon in diesem Jahr bei über 850 Millionen liegen soll. Ein gut ausgebautes 3G-Netz und erschwingliche Zugänge ließen im vergangenen Jahr 233 Millionen Menschen das mobile Internet nutzen.

Der Online-Werbemarkt des Landes mag da mit 3 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr noch eher bescheiden anmuten. Doch in diesem Bereich werden doppelt so hohe Wachstumsraten erfasst, wie etwa im Printbereich. So wird verständlicher, warum westliche beziehungsweise amerikanische Unternehmen so sehr am chinesischen Online-Markt interessiert sind.

Und es wird auch verständlich, wie schwierig gerade die Entscheidung Googles sein muss, dem chinesischen Markt den Rücken zu kehren.

 

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