Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
30. Oktober 2006
Posted in Internet News
Das Video-Angebot bei YouTube wird nochmals dünner. Erst vor wenigen Tagen hat ein japanischer Urheberverband von der Video Site verlangt, knapp 30.000 urheberrechtlich geschützte Filme beziehungsweise Filmausschnitte zu entfernen. Nun ziehen offenbar auch die Anwälte des populären Kabelkanals "Comedy Central" (Viacom) nach und fordern ebenfalls die Löschung einer großen Zahl von Videos.
Man darf annehmen, dass dieser Verlust YouTube noch schwerer treffen wird, als der Verlust der japanischen Videos. Denn zu den Videos gehören unter anderem Ausschnitte der populären Polit-Komiker Jon Stewart und Stephen Colbert sowie viele Episoden der Serie Southpark.
Filme von Comedy Central zählten lange Zeit auch bei YouTube zu den populärsten Videos und erreichten Abrufraten in Millionenhöhe. Das scheint den Verantwortlichen bei Comedy Central auch durchaus bekannt gewesen zu sein. Warum erst jetzt eine Löschung verlangt wird, ist daher schwer nachvollziehbar.
Doch vermutlich muss man auch diese Forderung im Zusammenhang mit der Übernahme von YouTube durch Google sehen. Denn Verhandlungen mit den YouTube-Gründern über die Zahlung von Lizenzgebühren wurden offenbar schon in der Vergangenheit geführt.
Aber diese Verhandlungen blieben meist folgenlos, was erst zu wüsten Drohungen und dann kurz vor der Übernahme durch Google zu Beteiligungen der Rechteinhaber an YouTube führte. In dieser Situation dürften auch andere Rechteinhaber wie Comedy Central erneut einen Anlass gesehen haben, mit YouTube zu verhandeln.
Und man wird davon ausgehen können, dass auch Comedy Central bereit gewesen wäre, unter bestimmten Bedingungen Inhalte bei YouTube zu belassen. Wenn nun aber die Löschung verlangt wird, dann wurden diese Bedingungen wohl nicht erfüllt. Was gerade in diesem Fall zu einem beträchtlichen qualitativen Einschnitt beim Video-Angebot von YouTube führen wird.
Für die Zukunft wird das wohl bedeuten, dass sich insgesamt eine Verschiebung bei den YouTube-Videos ergibt. Eigenproduktionen der Anwender und PR-Streifen aus dem Bereich des viralen Marketing wird man wohl häufiger finden können. Fremdproduktionen anderer Rechteinhaber wird man wohl nur noch dann finden, wenn diese Rechteinhaber eine Kompensation von YouTube erhalten.
Und da diese Kompensationen auch eine Frage des Preises sind, wird das wohl auch bedeuten, dass "billigere" Inhalte bei YouTube bald häufiger zu finden sind.
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