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Der Krieg im Irak dürfte als erster Blog-Krieg in die Geschichte eingehen. Nie zuvor konnten Soldaten an der Front eigene Online-Tagebücher schreiben und öffentlich machen. Möglicherweise werden sie das auch bei späteren Anlässen gar nicht mehr dürfen, denn die Soldaten-Blogs sind bei der militärischen Führung keineswegs beliebt.

Wie man den verschiedenen Berichten entnehmen kann, werden die Blogs einer zunehmend harten Kontrolle ausgesetzt. Das allerdings nicht, weil die Soldaten es vielleicht am notwendigen Patriotismus ermangeln lassen würden. Die meisten der "Milblogger" sind im Gegenteil sogar "Gung-Ho Patriots", also eher übereifrig in ihrer Vaterlandsliebe, schreibt Xeni Jardin in den Wired News.

Dennoch scheint die zunehmende Kontrolle notwendig zu werden. Wofür es wohl auch greifbare Ursachen gibt, wie wiederum Associated Press mit einigen drastischen Beispielen verdeutlicht. So hatte ein Blogger über seine Aufgaben als Wachmann geschrieben, die Postings mit Fotos illustriert und dann auch noch angeregt, über potentielle Schwachstellen seiner Position zu diskutieren.

In anderen Fällen wurden Waffensysteme gezeigt, die bei Angriffen Schaden genommen haben und es wurden Informationen veröffentlicht, die die Familie der Soldaten gefährden könnten. Das sind aus Sicht des Militärs durchaus ernst zunehmende Sicherheitsprobleme.

Allerdings scheinen einige der Blogger diese Einschätzung nicht ganz zu teilen und erkennen in der aktuellen Entwicklung eher einen Ausdruck von Paranoia. Einige Blogger ziehen es daher inzwischen vor, lieber gar nicht mehr über ihren soldatischen Alltag zu schreiben. Sie geben ihre Blogs einfach auf.

Das bringt allerdings eine Verschlechterung der Nachrichtensituation mit, wie Jardin weiter feststellt. Denn authentische Informationen über den Krieg im Irak werden von den konventionellen Medien nicht mehr in dem Ausmaß geliefert, wie es zu Beginn der Besatzung der Fall war.

Im Jahr 2003 waren teilweise 770 "eingebettete" ("embedded") Journalisten gemeinsam mit Militäreinheiten unterwegs. Heute sind es nur noch 9. Daher erfüllen die Milblogger auch einen wichtigen Dienst im Sinne der Allgemeinheit, denn sie liefern Informationen aus erster Hand. Und zwar in erster Linie für ihre Angehörigen sowie für all jene, die sich überhaupt noch für den abgeschriebenen Krieg und seine Soldaten interessieren.

 



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