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Gizmodo, das Gawker-Magazin für neue, technische Spielzeuge, hat den großen Wurf gelandet. Das Magazin ist in den Besitz eines mutmaßlichen Prototypen des nächsten iPhone gelangt. Doch der Bericht wirft selbst bei hartgesottenen Editoren von US-Medien Fragen nach der journalistischen Ethik auf.

Das Telefon, offenbar zur Tarnung in ein Gehäuse des iPhone der 3. Generation verpackt, verfügt über einige Neuerungen gegenüber dem Vorläufermodell. Es hat eine zusätzliche Kamera auf der Frontseite, eine vermutlich verbesserte Kamera auf der Rückseite, 80 Gigabyte Speicherplatz und einige andere Features, bei denen Apple-Fans ins Frohlocken geraten. Doch dazu gehört bekanntlich nicht viel (vgl. Klinkenstecker-Video, iPhone 3G).

Über die Nutzung des Geräts konnte Gizmodo dagegen nur wenig sagen, denn seine Inhalte waren vermutlich mit Hilfe des Synchronisierungs-Dienstes MobileMe aus der Ferne gelöscht worden. Doch dieses Manko an Informationen gleicht das Magazin auf anderem Wege aus. Inzwischen berichtet es über den Mann, der das iPhone verloren hat und dem Gizmodo folglich die ganze Story verdankt.

Der 27 Jahre alte Apple-Mitarbeiter kommt bei dieser Darstellung nicht besonders gut weg. Er soll das iPhone nach einem feucht-fröhlichen Abend bei Bitburger und Köstritzer Bier in einer deutschen Bierbar in Redwood, Kalifornien vergessen haben. Auf seinen Flickr-Fotos ist ebenfalls häufiger Alkoholisches zu sehen, wie CNet nachschiebt und das Foto, mit dem Gizmodo aufmacht, zeigt ihn mit einem Fläschchen, das zu klein und eckig ist, um Limonade zu enthalten. Die Chancen, dass der Mann nach diesem Bericht bei Apple oder andernorts noch Karriere machen kann, gehen gegen Null.

Allerdings sind hinter Gizmodos Darstellung, wie man in den Besitz des Gerätes gekommen ist, einige Fragezeichen zu setzen. Wie es in dem Bericht heißt, hat ein "wirklich angetrunkener Mann" das Telefon in der Kneipe entdeckt und einem weiteren Mann gegeben, der zuvor neben dem Apple-Mann und seinem Freund saß. Das allerdings war schon Mitte März und der "Finder" beziehungsweise "Behalter" des Gerätes konnte zunächst noch die Facebook-Seiten des Besitzers auf dem iPhone lesen.

Aber er konnte es nicht seinem Besitzer zurückgeben und scheiterte angeblich dabei, Apple telefonisch über den Fund zu informieren. Dass es sich um ein außergewöhnliches Gerät handelte, war ihm ebenfalls klar, denn ihm war sofort die Kamera auf der Startseite aufgefallen. Offenbar suchte diese Person dann den Kontakt zu IT-Medien, um seinen Fund zu verkaufen. Dem mit Gizmodo konkurrierenden Magazin Engadget jedenfalls wurde das Gerät auch angeboten, doch es lehnte nach eigenen Angaben ab.

Gizmodo dagegen zahlte laut eigenen Angaben für das Gerät (5.000 Dollar?) und damit für einen Exklusiv-Bericht. Juristisch sieht sich Gizmodo zwar auf der sicheren Seite, allerdings gibt es auch Stimmen, die von Diebstahl und von Rufmord sprechen. Denn der Verkäufer hätte das Gerät seinem wahren Besitzer zurückgeben müssen. Und während Gizmodo viele überflüssige Informationen über den Apple-Mitarbeiter liefert, schweigt man sich über die Identität des nicht so ehrlichen Finders vollständig aus.

So bleibt Vieles im Dunkeln, was den Apple-Blogger John Gruber zu der Bewertung bringt, dass die Geschichte hinter dem Prototypen weit interessanter ist als das Gerät.

 

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