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21. April 2010
Posted in Internet News
Die Gleichsetzung von Android mit Pornographie benutzte Jobs schon vor einem Monat bei einer Fragerunde mit Entwicklern. Dort wurde er gefragt, ob es irgend welche Pläne gebe, nicht von Apple geprüfte ("unsigned") Anwendungen für das iPhone zuzulassen. Worauf Jobs antwortete "weißt du, es gibt einen Porno Bereich für Android. Dort kannst du Pornos laden soviel du willst. Du kannst Pornos laden, deine Kinder können Pornos laden. Das wollen wir aber nicht - und daher werden wir es nicht machen" (sinngemäß übersetzt).
Gestern wiederum ging es um eine Antwort von Jobs auf eine Kunden-Mail. Mit solchen Mails überrascht der Chef des Unternehmens immer wieder und man muss davon ausgehen, dass ihm die Wirkung dieser Mails in der Öffentlichkeit nicht unbekannt ist. Der Kunde hatte in wohl überlegten Worten Kritik an Apples Entscheidung geäußert, die Anwendung des preisgekrönten Karrikaturisten Mark Fiore abzuweisen. Er, der Kunde, verstehe ja, wenn Kinder nicht mit Inhalten wie Pornos in Berührung kommen sollten. Doch dafür gebe es Kontroll- und Filterfunktionen. Apple sollte solche Inhalte in bestimmte Kategorien einstellen, die wiederum von den Eltern für ihre Kinder gesperrt werden können. Apple müsse sich nicht als Moral-Polizei gerieren, sondern sich auf die Rolle eines Entwicklers cooler Geräte beschränken.
Auf diese Mail antwortete Jobs zum Einen, dass die Fiore-Entscheidung ein Fehler war, und dass seine Anwendung bald erhältlich sein wird. "Wie auch immer. wir glauben, die moralische Verantwortung zu haben, Pornographie vom iPhone fernzuhalten. Typen, die Porno wollen, können sich ein Android Telefon kaufen".
Eine Aussage, die nur bedingt zu Apples Image passt und über die es sich lohnt, nachzudenken. Wenn Apple sich als moralische Instanz sieht, dann ist es ein gefundenes Fressen für alle Apple-Basher. Sie können daraus ableiten, dass Apple als hochmoralisches US-Unternehmen seine kruden Wertvorstellungen allen iPhone-Fans weltweit oktroyieren möchte.
Doch vielleicht hat Jobs Moral-Anspruch einen viel banaleren Hintergrund. Sein Motiv ist vermutlich ganz einfach die Freihaltung des iPhone-Systems von störenden, technisch unreifen Elementen. Um ein Beispiel zu nennen: Flash ist anfällig, wie vermutlich jeder langjährige Windows-Benutzer bestätigen kann. Das Gleiche gilt für viele andere Anwendungen, die Microsofts großzügige Politik der Software-Entwicklung mit sich gebracht hat. Wenn Steve Ballmer vor Jahren die Wichtigkeit der Entwickler für Microsoft betont ("Developers"), dann war das eine gänzlich andere Strategie, die ihre eigenen Probleme mit sich bringt.
Mit den Folgen dieser Probleme muss sich aber auch der Hersteller des Betriebssystems beschäftigen. Erst recht, wenn er das OS in Verbindung mit maßgeschneidert konstruierten Geräten einsetzen möchte. Will er sich vor den Folgen nachlässiger Programmierung Dritter schützen, so schafft er ein geschlossenes System. Ein Biotop, in das Anwendungen nur nach bestimmten Regeln aufgenommen werden. Das ist Apples iTunes-Modell. Damit schafft es Apple, das iPhone frei von störenden Begleiterscheinungen zu halten.
Doch das geschlossene System bedeutet eben auch inhaltliche Zugangskontrolle, die ihre eigenen Fehler mit sich bringt. Jobs selbst gibt zu, dass die Fiore-Entscheidung falsch war - und es ist lange nicht die einzige Fehlentscheidung. Apple als Betreiber des geschlossenen Systems kann aber für die zugelassenen Inhalte verantwortlich gemacht werden. Sei es aus rechtlicher Sicht, oder aus Sicht der Öffentlichkeit. Würde Apple im iTunes Store eine Hard Core-Ecke einrichten, so wäre das Apples Entscheidung und auch Apples Verantwortung.
Daher muss das Unternehmen enge Grenzen setzen, was die inhaltliche Auswahl angeht. Die Logik ist also die, dass ein "sauberes" technisches System nur funktionieren kann, wenn man nur Anwendungen zulässt, für die man auch bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Damit bewegt man sich auf einem schmalen Grat, denn für die notwendigen "moralischen" Entscheidungen gibt es keine klaren und nachvollziehbaren Regeln.
Jobs aber münzt diesen Ursache-Wirkung-Zusammenhang jetzt einfach um und erklärt alle Android-Benutzer zu Nachfahren Onans. Das ist wenig ehrlich und sogar ein bisschen feige, aber es wirkt moralisch einwandfrei.
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