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Googles Markt beherrschende Stellung im Bereich der Internet-Suche macht das Unternehmen in gewissem Sinne angreifbar. Denn von einem Marktführer wird auch vorbildliches Verhalten erwartet, wie jetzt die Datenschutzverantwortlichen von zehn Ländern der Suchmaschine in einem offenen Brief mitgeteilt haben.

Das von Datenschutzbeauftragten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Israel, Italien, Kanada, Neuseeland, den Niederlanden und Spanien formulierte Schreiben nimmt den desaströsen Start von Google Buzz zum Anlass, um Google die Leviten zu lesen. Bei diesem misslungenen Start des neuen Produkts hatte Google kurzerhand die persönlichen Kontakte der Google Mail-Nutzer zu Mitgliedern der sozialen Netzwerke dieser User gemacht.

Die Autoren des offenen Briefes erkennen zwar an, dass das Unternehmen im Februar umgehend auf die Kritik reagierte und die darin angesprochenen Probleme weitgehend behob. Doch zugleich zeigt man sich "extrem besorgt", dass sich eine derart gravierende Verletzung der Privatsphäre überhaupt erst ereignen konnte: "Es ist nicht akzeptabel, ein neues Produkt, bei dem Sie persönliche Informationen öffentlich machen, mit der Intention zu starten, die Probleme erst zu lösen, wenn sie entstanden sind".

Der offene Brief ist dabei als Teil eines Aufrufs zu sehen, der sich auch an andere international agierende Unternehmen richtet. Darauf weist der kanadische Datenschutzbeauftragte als Mitunterzeichner des Schreibens hin. Doch im Brief wird auf Googles bedeutende Rolle hingewiesen, denn Google bestimmt mit, auf welche Art und Weise viele Menschen das Internet nutzern.

Auf diesen Umstand weist auch die kalifonische Verbraucherschutzorganisation Consumer Watchdog hin, die allerdings noch wesentlich radikalere Forderungen stellt. Die Verbraucherschützer wollen das US-Justizministerium auffordern, Google zu zerschlagen. Ein Sprecher der Organisation fasst die Begründung dafür wie folgt zusammen: "Googles Entscheidungen bestimmen, wohin die Leute (im Internet) gehen werden und welche Erfahrungen sie machen werden. Wir denken, dass Google aus diesem Grund gewissermaßen als öffentliche Einrichtung zu betrachten ist und daher auch ein gewisses Maß an Lenkung notwendig ist".

Wie das Justizministerium das beurteilt, wird man frühestens sehen, wenn die Verbraucherschützer ihre Ankündigung wahr gemacht haben. Doch der offene Brief der Datenschützer und die Forderung nach Zerschlagung machen klar, dass Google zunehmend unter Druck gerät. Flops wie der Start von Google Buzz sollte sich das Unternehmen vielleicht besser nicht mehr erlauben. Für solche Anfängerfehler ist Google einfach zu groß.

 

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