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Die Bostoner Yankee Group hat mehrere US-Fernsehunternehmen als auch 6.000 US-Fernsehzuschauer befragt und dabei ein überraschendes Ergebnis gefunden: Etwa jeder achte Haushalt beabsichtigt, das bisher genutzte Bezahlfernsehen entweder zu reduzieren oder die Verträge ganz zu kündigen - eine seit langem erwartete Entwicklung, die sich jetzt erst einstellt.

Zur Zeit lässt sich die Situation noch wie folgt zusammenfassen: Grob geschätzt 90% der etwa rund 100 Millionen US-Haushalte nutzt heute in irgend einer Form ein bezahltes Fernsehprogramm via Kabel oder Satellit. Nur etwa 10-15 Millionen verzichten bisher darauf. Oft, weil in ihrer Region kein entsprechendes Angebot erhältlich ist.

Doch die Ergebnisse der Befragung lassen vermuten, dass schon bald sehr viel mehr Menschen auf ihren kostenpflichtigen Kabelanschluss, oder ihre verschlüsselten Satellitenprogramme verzichten werden. Oder, dass sie zumindest den Umfang dieser Verträge kürzen. Heute jedenfalls zahlen die Haushalte im Durchschnitt etwa 71 Dollar monatlich für dieses Unterhaltungsangebot.

Doch der Angriff aus dem Internet zeigt jetzt seine Spuren. Nicht nur, dass Dienste wie Hulu.com viele Sendungen des US-Fernsehens für US-Anwender kostenlos wiederholen. Auch die Nutzung sonstiger Video-Angebote ist in den letzten Jahren immer weiter gestiegen und inzwischen werden auch schon viele Fernsehgeräte oder Set Top-Boxen angeboten, die diese Videos von YouTube und Co auf den Fernsehmonitor bringen.

Außerdem kommen inzwischen etliche Endgeräte auf den Markt, die bereits für bestimmte Dienstleister und ihre Video-Angebote vorbereitet sind. Der ursprüngliche DVD-Verleih Netflix ist teilweise schon auf den neuen Fernsehgeräten eingerichtet und die drei großen Konsolenhersteller (Nintendo, Sony, Microsoft) haben auch schon entsprechende Arrangements mit Netflix getroffen. Hinzu kommt, dass die großen frei verfügbaren Sendestationen in den letzten Jahren von den Kabelanbietern im Huckepack kostenlos mit transportiert wurden. Doch inzwischen verlangen auch einige diese Stationen Gebühren von den Kabelanbietern, die diese Kosten an die Kunden durchreichen.

Das alles lässt fraglos viele Kunden ins Nachdenken kommen, ob sie die teuren Kabel- und Satellitenverträge überhaupt noch brauchen. Eine Frage, die sich insbesondere jüngere Altersgruppen stellen müssen, die häufiger in Kontakt mit den alternativen Möglichkeiten (Internet, Spielkonsolen, mobile Geräte etc.) kommen.

Sollte sich diese schon lange prognostizierte Entwicklung nun tatsächlich einstellen, so wird das die Pay-TV-Pläne auch in anderen Ländern auf die Probe stellen. Denn die Video-Nutzung im Internet ist weiter auf dem Vormarsch, auch wenn laut ComScore bereits jetzt etwa 80% der globalen Internet-Nutzer schon heute Online-Videos konsumieren. 

 

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