suedtirol-wellnessWellness Südtirol

In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken

 

Die US-Aufsichtsbehörde für Telekommunikation und Rundfunk, FCC, hat nach eingehender Prüfung einem Antrag der Filmindustrie stattgegeben. Zukünftig soll es nun doch möglich sein, bei Set-Top-Boxen für den Fernsehempfang die Video-Ausgänge der Geräte aus der Ferne zu deaktivieren, um die Erstellung von Kopien zu verhindern.

Die FCC gestattet diese Möglichkeit ausdrücklich nur als Ausnahme für ein bestimmtes Angebot: Den Hollywood-Studios soll es ermöglicht werden, neue Filme schon unmittelbar nach der Premiere in den Lichtspielhäusern auch dem Fernsehpublikum (z.B. als Video-on-demand) zu präsentieren. Der Interessenverband der Filmindustrie, MPAA, hatte in seinem Antrag an die FCC das neue Angebot davon abhängig gemacht, dass die Ausgänge der Geräte zum Schutz vor Raubkopien deaktiviert werden können.

Diese Funktion wird von den Herstellern digitaler Geräte zwar seit Jahren integriert, doch die Nutzung der "Selectable Output Control" (SOC) wurde durch eine Anordnung der FCC untersagt. Nach Darstellung der FCC wurde das damals verboten, weil man die ersten Nutzer des noch neuen digitalen Fernsehens schützen wollte. Die von der Filmindustrie für die Sperrung vorgesehenen analogen Ausgänge (Component Video), beziehungsweise die unverschlüsselten digitalen Ausgänge sollten ihre Funktionalität nicht verlieren. Denn zum Zeitpunkt der FCC-Entscheidung wurden viele Fernsehgeräte über diese Schnittstellen angeschlossen und eine SOC-Sperrung hätte die legitime Nutzung unmöglich gemacht.

Die SOC-Technologie an sich wurde von der FCC aber nicht untersagt. Man wollte sich die Möglichkeit offenhalten, auf zukünftige Angebotsformen reagieren zu können. Ein solches Angebot, das "von öffentlichem Interesse" ist, sieht die Behörde in der geplanten Ausstrahlung brandneuer Kinofilme. Allerdings schränkt die FCC die Ausnahmeregelung auch gleich wieder ein. Eine SOC-Sperrung darf höchstens 90 Tage nach ihrer ersten Anwendung in Betrieb bleiben, danach ist sie aufzuheben.

Dennoch ist ein bedauerlicher Anfang gemacht, meint die Bürgerrechtsorganisation Public Knowledge und fordert zu Protesten auf. Ihr missfällt vor allem, dass die FCC sich dem Wunsch der Filmindustrie beugt, obwohl es noch gar keinen Nachweis für die Zunahme der Piraterie als Folge des geplanten Angebotes gibt. Wegen der Ängste und Phantasien der Filmstudios müssen es Verbraucher nun in Kauf nehmen, dass die Funktionalität ihrer eigenen Geräte beeinträchtigt werden darf.

Links:



Du musst Dich anmelden oder registrieren, um einen Kommentar zu schreiben.

am häufigsten aufgerufen...