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Paul Hayes, dem Geschäftsführer von News International, sind die möglichem Konsequenzen aus der Einführung eines kostenpflichtigen Online-Abos für die Times sowie die Sunday Times ziemlich klar: "Wenn die Paywall nicht funktioniert, sitze ich in der Scheiße", meint er anlässlich einer Konferenz vor Medienvertretern.

Das Risiko, in diese Lage zu geraten, ist leider nicht gerade gering. Es sei denn, die Bereitschaft der Online-Anwender, für Nachrichten im Internet zu bezahlen, sollte sich in den letzten (Krisen-) Jahren deutlich erhöht haben. Doch Rupert Murdoch, der Arbeitgeber von Hayes, will es nicht mehr länger dulden, dass Schmarotzer wie allgemein die Blogger oder Google News im Speziellen die Arbeit der Redaktionen ausbeuten. Daher sollen ab kommendem Monat die Inhalte beider Zeitungen hinter einer Bezahlwand verschwinden und nur noch jene Besucher Zugang erhalten, die zur Zahlung von 1 Pfund für den Tagesausweis oder von 2 Pfund für die Wochenkarte bereit sind.

Eine mit dieser Neuerung verbundene Änderung des Designs ist bereits umgesetzt, auch wenn der Zugang zur Zeit noch kostenlos ist. Bei der Sunday Times wird bislang nur die Mail-Adresse des Besuchers abgefragt, denn um den Kulturschock zu mildern, hat man eine kostenlose Testphase von einem Monat vorgesehen. Danach wird man sich als nicht zahlender Leser vermutlich wie beim Wall Street Journal auf jahrelange Mail-Heimsuchungen vorbereiten können, in denen man auf immer neue Lockvogelangebote hingewiesen wird.

Den Suchmaschinen wiederum wird bereits jetzt der Zugang verwehrt. Die robots.txt Dateien wurden schon vor Tagen so überarbeitet, dass kein Suchmaschinen-Robot mehr Zugang erhält. Was allerdings bedeuten dürfte, dass nun auch die Besucherströme von Google News und Co versiegen - und damit die Werbeeinnahmen. Bei der Times ist das Problem bekannt und man rechnet großzügig mit einem Rückgang der Leserschaft um 90% nach Einführung der Paywall. Doch das heißt noch nicht, dass die verbleibenden 10% auch zahlungswillig sind.

Offen bleibt auch, wie man in späteren Monaten neue Abonnenten anlocken will. Vielleicht schaltet Murdoch dazu ja bei Google Werbeanzeigen. Erfolgreich kann das Vorhaben ohnehin nur sein, wenn auch alle anderen Medien ihre redaktionellen Werke hinter Paywalls verstecken. Für dieses Ziel rührt Murdoch schließlich schon lange genug die Werbetrommel. Doch der Erfolg dieser Überzeugungs-Kampagne war nicht groß und schwindet sogar schon wieder.

So ist beispielsweise die New York Times der ständig wiederholten Forderung des Medien-Tycoons nachgekommen und hat für nächstes Jahr eine Paywall angekündigt. Doch inzwischen werden diese Pläne immer weiter aufgeweicht. Erst war noch von einem "metered model" die Rede, bei dem etwa Besucher von Google News eine bestimmte Anzahl von Texten frei lesen können. Inzwischen heißt es bereits, die New York Times möchte es weiterhin fördern, dass Links auf ihre Beiträge gesetzt werden. Und keiner dieser Links soll zu einer Zahlungsaufforderung führen.

Was im Klartext bedeutet, dass nur jene Leser die Paywall überhaupt zu sehen bekommen, die sich der internen Navigation der Zeitung bedienen und dabei eine bestimmte Zahl von "Freischüssen" überschreiten. Wer künftig also auf die britische Times verzichtet, findet nach wie vor hinreichend Lesestoff bei anderen Quellen.

 

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