Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
08. November 2006
Posted in Internet News
Ben Edelman, Jurist und Spyware-Experte, trat gerade erst als Sachverständiger in einem Rechtsstreit gegen Intermix Media auf. Der frühere Spyware-Distributor war auch in diesem Verfahren erneut zur Unterlassung dieser Aktivitäten verpflichtet worden.
Nachträglich hat Edelman nun sein Dossier einer erneuten Prüfung unterzogen und fand dabei heraus, dass Intermix weiterhin Spyware verbreitet, teilweise über Distributions-Partner, teilweise über die eigenen Sites. Diese Entdeckung ist bemerkenswert, denn eigentlich gibt es Intermix Media als eigenständiges Unternehmen gar nicht mehr.
Intermix ist neben der Spyware-Verbreitung vor allem als Gründer der MySpace Community bekannt. Doch MySpace wurde im vergangenen Jahr von Rupert Murdochs News Corp. übernommen und Intermix Media sollte Teil des neu zu gründenden Bereichs Fox Interactive Media werden.
In der oben erwähnten Verhandlung gegen Intermix trat folgerichtig auch die News Corp. als Rechtsnachfolger des Unternehmens auf. Und das Medienunternehmen verpflichtete sich in dieser Rolle auch dazu, die Verbreitung von Spyware zu unterlassen. Ähnliches gilt für eine Unterlassungserklärung, zu der Intermix im vergangenen Jahr von dem New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer verpflichtet worden war.
Wenn Edelman nun auf den früheren Servern des Spyware-Unternehmens sowie auf Partner-Sites weiterhin infizierte Bildschirmschoner und andere Spyware-Träger findet, dann dürfte es sich vermutlich um unbeachtete Hinterlassenschaften aus dem "Vorleben" des Unternehmens handeln.
Dass die Verantwortlichen der News Corp. ein Interesse daran haben, die Spyware-Verbreitung aufrecht zu erhalten, ist absolut unwahrscheinlich. Und auch bei den Partner-Sites dürfte es sich eher um Probleme der Vernachlässigung als um die bewusste Verbreitung von Spyware gehen.
Wie ein Geisterschiff treiben offenbar die ehemaligen Besitztümer des Spyware-Herstellers weiterhin in den Weiten des World Wide Web und infizieren PCs mit einer Spyware, die ihren Daseinszweck verloren hat. Wie viele solcher Geisterschiffe es inzwischen wohl gibt?
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