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Ein Twitter-Poster des Digg.com-Gründers Kevin Rose gibt erneut Anlass, über ein soziales Netzwerk Googles zu spekulieren. In dem Tweet schrieb Rose lediglich, dass Google den "Facebook-Konkurrenten 'Google me' schon bald starten wird", und dass die Information von einer sehr glaubwürdigen Quelle stammt.

Aus welchen Gründen auch immer, hat Rose das Posting inzwischen wieder gelöscht. Es ist nur noch im Google Cache sichtbar. Doch das kann nicht vermeiden, dass nun zum wiederholten Male die Gerüchte um Googles soziale Pläne hochgekocht werden. Wobei die Verlockung für Google sicher enorm groß wäre, mit Facebook in den Wettbewerb zu treten.

Mehr als 500 Millionen Menschen sollen Facebook inzwischen mit ihren privatesten Informationen beladen und sich damit zur exzellenten Zielscheibe für Werbung machen. Ob Facebooks Angaben zu den Nutzerzahlen immer stimmen, ist zwar nicht ganz sicher. Doch am stetigen Wachstum Facebooks wird nicht gezweifelt und man geht davon aus, dass der Dienst inzwischen 60.000 Server betreiben muss, um das soziale Online-Leben seiner Mitglieder am Leben zu halten.

Infrastrukturprobleme wären dabei sicher das letzte, was Google von einem solchen Wagnis abhalten würden. Und die notwendigen Elemente für ein soziales Netzwerk hat Google im Grunde auch schon auf Lager. Das vor Jahren übernommene Orkut ist zumindest in Brasilien immer noch sehr populär. Google Profile und Google Buzz wären weitere Komponenten, die man einem Google me anflanschen könnte.

Der Zeitpunkt für den Start eines Facebook-Konkurrenten wäre ebenfalls nicht ungünstig, denn die fortwährende Kritik an Facebooks mangelhaftem Datenschutz hat sicher schon an der Loyalität vieler Nutzer genagt. Im Oktober soll auch noch ein Film ins Kino kommen, der den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg voraussichtlich in keinem guten Licht erscheinen lassen wird.

Somit könnten die Umstände für den Launch eines Google Me kaum günstiger sein. Das Problem ist nur, dass Google selbst bisher Probleme hatte, sich als geeigneter Partner für das soziale Leben zu präsentieren. Die Einführung von Google Profile verlief beispielsweise saft- und kraftlos im Sande. Die Einführung von Google Buzz dagegen war ein polterndes Debakel.

Sympathien bei der breiten Masse erzielt Google vor allem durch seinen Suchdienst und die darum gruppierten Anwendungen, die nicht zwingend ein Login erfordern. Engere Bindungen zu Google scheinen dagegen viele eher zu vermeiden, denn die Unsicherheit ist groß, dass diese Daten nicht nur verwahrt, sondern auch genutzt werden. Diese Sorge ist bei Facebook sicher ebenso berechtigt. Vielleicht sogar noch mehr als bei Google.

Doch für Facebook als soziale Heimstatt haben sich eben auch schon viele Millionen anderer Menschen entschieden. Das ist ein Kapital, mit dem sich leicht wuchern lässt. Und Google müsste entsprechend viel auf den Tisch legen, um diesen Vorteil zu übertruimpfen.

 

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