Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
17. Juli 2010
Posted in Internet News
Jobs leitet seinen Vortrag mit einem YouTube-Musikvideo ("The iPhone Antenna Song") ein sowie mit dem gewinnenden Eingeständnis, "wir sind nicht perfekt und Telefone sind es auch nicht". Aber das iPhone 4G ist vielleicht das Beste, was Apple je produziert hat. Schon in den ersten drei Wochen wurden mehr als 3 Millionen Geräte verkauft. Von den Problemen hat man erst vor 22 Tagen gehört und seither hat man sich "den Hintern aufgerissen", diese Probleme zu lösen.
Dabei hat man zunächst festgestellt, dass es sich um eine Schwäche handelt, die auch bei den meisten anderen Smartphones nicht unbekannt ist ("this is life in the smartphone world"). Jobs demonstriert das anhand von Videos verschiedener Geräte anderer Hersteller. Dazu kommt, dass die Darstellung der Signalstärke falsch war. Diese Darstellung ließ die Probleme "katastrophaler" erscheinen, als sie es tatsächlich waren.
Dabei wurde die Antenne von Apple auf das Genaueste getestet. Apple hat 17 gedämmte Räume für Antennentests und das Unternehmen hat über 100 Millionen Dollar in sein Test-Inventar gesteckt. "Wir wussten, dass wenn man das Gerät in einer bestimmten Weise angreift, gehen die Balken ein wenig nach unten, wie bei jedem Smartphone. Wir hielten es nicht für ein großes Problem".
Was laut Jobs auch für die Kunden gilt, denn es haben sich auch nur 0,55% wegen der Probleme an Apple gewandt und die Rate der an AT&T zurückgegebenen Geräte liegt deutlich niedriger (1/3) als beim iPhone 3GS. Die Zahl der abgebrochenen Gespräche kann Jobs nicht genau benennen, denn es handelt sich um vertrauliche Daten von AT&T. Doch er kann angeben, dass beim iPhone 4G mehr abgebrochene Gespräche aufgezeichnet wurden. Allerdings geht es bei 100 Telefonaten um weniger als ein zusätzlich abgebrochenes Gespräch.
Somit handelt es sich zusammenfassend um ein geringfügiges Problem, das noch dazu nur wenige Anwender betrifft. Dennoch wird Apple jedem iPhone-Besitzer einen kostenlosen Bumper oder ein andere Gehäuse nach Wahl überlassen. Außerdem steht es jedem iPhone-Benutzer frei, das Gerät gebührenfrei wieder zurückzugeben. Jobs Redekonzept entsprach damit genau dem, was man erwarten konnte: "Ein Eingeständnis dieses Makels, eine Relativierung seiner Auswirkungen durch Zahlen und Statistiken sowie ein entgegenkommendes Angebot des Unternehmens etwa in Gestalt eines kostenlosen Gummi-Überziehers ('Bumper').
Doch die Argumentation des wortgewaltigen Apple-Guru war so gelungen, dass nach dieser Pressekonferenz es nur noch wenige wagen werden, von einem Antennenproblem zu sprechen. Obwohl Jobs bei seinem Vortrag schon die Wahrheit ein wenig verbiegen musste. Denn es passt beispielsweise nicht zusammen, dass man erst vor 22 Tagen von den Problemen erfahren hat, wenn man die Probleme schon aus den hauseigenen Tests kannte.
Zweifel kommen auch auf, wenn es um die Tests mit anderen Smartphones geht. Nicht nur, weil andere Hersteller schon bestritten haben, dass es diese Probleme bei ihren Geräten gibt und weil die außenliegende Antenne des iPhone 4G die Gefahr solcher Empfangsprobleme deutlich erhöht. Auch ein bei der Pressekonferenz anwesender Blackberry-Nutzer konnte an seinem Gerät nicht nachvollziehen, was Jobs zuvor im Video gezeigt hatte. Doch auf seine Frage erhielt er die Antwort, dass sich der Effekt nur bei schwachem Empfang reproduzieren lässt.
Dennoch wird man das Thema
Antennenprobleme nach dieser Show als abgeschlossen bezeichnen müssen.
Dieses Ziel wollte Jobs erreichen und es ist ihm mit Bravour gelungen.
Links:
| < Neuere | Ältere > |
|---|




