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AllThingsDigital (Wall Street Journal) berichtet über einen bisher weniger beachteten Aspekt von Apples übermäßig großem Kontrollbedürfnis. Laut AllThingsDigital verweigert Apple dem Vorzeigepartner Time Magazine den Verkauf eines Abonnements der verlagseigenen iPad-Anwendungen.

Im vergangenen Monat jedenfalls wollte Time sein bisher in einer Gratisausgabe angebotenes Sportmagazin "Sports Illustrated" in einer abonnierbaren Version für das iPad anbieten. Apple sollte die Anwendung wie gehabt über den iTunes Store verbreiten, aber Time wollte die Verwaltung der Abonnements direkt übernehmen. So schien es bis zur letzten Minute ausgemacht, als Apple plötzlich die Pläne durchkreuzte.

Seither macht es die Verantwortlichen des Verlags "rasend", nach immer neuen Wegen zu suchen, wie man Apple zur Annahme eines Abonnement-Verfahrens bringen kann. Wobei es nicht nur um die Einnahmen aus diesen Abonnements geht. Für die Verlage ist der Besitz der Abo-Daten allgemein von großem Interesse und sei es, um diese Informationen im Sinne der Kundenpflege zu verwerten. Oder, um die Daten für die eigene Mediaforschung, Werbung und Vermarktung zu gebrauchen.

Hinzu kommt, dass eine Bündelung von Print-Abo und digitaler Ausgabe nur praktikabel ist, wenn der Verlag die Kontrolle über die Daten hat. Doch Apple sitzt auf der Abo-Bremse und zeigt keine Anzeichen, diese Vertriebskontrolle aufzugeben. Weder bei Time noch bei irgend einem anderen Verlag. Befremdlich ist dabei auch, dass die von AllThingsDigital befragten Verlags-Insider nicht wissen, worin das Problem überhaupt besteht und auch von Apple keine klaren Aussagen zu diesem Thema zu bekommen sind.

Dabei soll Steve Jobs vor der Einführung des iPad noch bei Time vorstellig geworden sein und um Unterstützung für das Projekt geworben haben. Zum Dank darf Time nun entweder seine iPad-Ausgaben verschenken oder jeweils zum Einzelpreis im iTunes Store verkaufen. Die Zukunft der digitalen Periodika hat man sich anders vorgestellt.

 

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