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MP3.com soll wieder als legale Tauschbörse für Musik eingerichtet werden, heißt es in einer knappen Reuters-Meldung. Eine reichlich spät getroffene Entscheidung des Eigentümers CNet, aber dennoch ein bemerkenswerter Schritt, wenn man die bisherige Entwicklung von MP3.com berücksichtigt.

Ursprünglich war MP3.com nämlich als eine Art "YouTube für Musik" gedacht gewesen. Unabhängige Künstler stellten der Site ihre im MP3-Format aufgezeichneten Musikstücke kostenlos zur Verfügung, die dann ebenfalls kostenlos zum Download angeboten wurden.

Mit dieser Grundidee schaffte es MP3.com, eine der bekanntesten Musik Sites des WWW zu werden. Täglich wurden 4 Millionen Musikstücke geladen und MP3.com konnte auf ein Musik-Archiv verweisen, das abertausende von Musikstücken enthielt. Nacheinander abgespielt ergab das Archiv 16 Jahre Musik. Auch der Börsengang im Jahr 1999 war ein voller Erfolg, denn die Aktienausgabe spülte über 370 Millionen Dollar in die Kassen des Unternehmens.

Doch dann beging MP3.com den Fehler, die Musikindustrie mit My.MP3.com herauszufordern. Unter dieser Adresse wurde es den Anwendern ermöglicht, MP3-Versionen ihrer Kauf-CDs abzurufen. Um den Besitznachweis zu erbringen, musste der Inhaber eines Kontos bei MP3.com eine gekaufte CD in den eigenen CD-Player am PC einlegen. Dann wurde der "Fingerabdruck" dieser CD mit den Datenbankinhalten bei MP3.com abgeglichen.

Danach konnte die MP3-Kopie dieser CD von ihrem Besitzer an jedem beliebigen Rechner abgerufen werden. Michael Robertson, der Inhaber von MP3.com, hielt das für legal. Die Gerichte teilten diese Einschätzung dagegen nicht und MP3.com drohten gigantische Schadensersatzforderungen, die das Unternehmen nur teilweise durch Schlichtungen auffangen konnte.

Derart in Grund und Boden geklagt, musste Robertson schließlich dem Verkauf an Vivendi Universal zustimmen, damals wie heute eines der führenden Musik-Labels weltweit. Allerdings wurde das Projekt danach vernachlässigt und schließlich in Einzelteilen verramscht. Die von MP3.com entwickelte Pressplay-Infrastruktur wurde beispielsweise von Roxio für die Neuauflage von Napster verwandt. Den Musikbestand übernahm eine Unterabteilung von MP3.com und die Domain mp3.com wurde schließlich von CNet gekauft.

Danach waren unter dieser Adresse nur noch Musik-News zu finden und die Popularität des Dienstes verharrte auf - im Vergleich zu früher - eher niedrigem Niveau. Doch nun kündigt CNet an, MP3.com wieder als Tauschbörse aufbauen zu wollen. Und gleich zum Start werden kostenlose Mp3- und Video-Downloads unabhängiger Künstler offeriert.

Ob MP3.com damit wieder die alte Geltung erlangt, bleibt abzuwarten. Doch die Entscheidung, einen solchen Musik-Download einzurichten und dabei konsequent auf die legitimierte Zusammenarbeit mit freien Musikern zu setzen, verdient auf jeden Fall Beachtung.

Vielleicht gelingt es MP3.com ja wirklich, den Erfolg von YouTube im Musikbereich zu wiederholen. Die Zeit für eine Alternative zur Kaufmusik wäre ja durchaus da.



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