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Seit heute morgen sind auf Chatroulette keine paarungswilligen Teenager und keine Wohnzimmer-Exhibitionisten mehr zu sehen. Stattdessen erscheint wahlweise ein Error 404, oder der warnende Hinweis, dass das "1. Experiment" nun vorbei ist", und dass eine rundum erneuerte, zweite Version noch heute an den Start gehen wird.

Was man sich unter diesem angekündigten Update vorzustellen hat, bietet viel Raum für Spekulationen. Das erst recht, weil der nach Zufallsprinzip vermittelte Video-Chat in den letzten Monaten unter Auflösungserscheinungen litt. Gerade der Missbrauch durch Chatter, die in erster Linie am Herzeigen ihrer intimen Körperteile interessiert waren, hat der eigentlich spannenden Online-Idee geschadet.

Das hat auch Chatroulette-Entwickler Andrey Ternovskiy erkannt und nach Auswegen aus der Misere gesucht. Doch weder die Einführung einer Beschwerdefunktion noch der Einsatz von "Kanälen" haben das Problem gelöst. Daran hat sich auch nichts geändert, nachdem Ternovskiy den Napster-Gründer Shawn Fanning ins Boot geholt hat. Dessen besonderes Talent besteht vermutlich darin, potentielle Interessenten und Käufer für den Dienst zu kennen. Nach dem ruhmloen Ende seiner Tauschbörse hat Fanning Dank seiner Beziehungen einige Projekte gestartet, aber kaum eines davon zum Erfolg geführt.

Wobei sich hinsichtlich eines Verkaufs von Chatroulette die Situation ebenfalls gewandelt hat. Denn Chatroulette ist längst nicht mehr der einzige Anbieter des arbiträren Video-Chats. Selbst eine Facebook-Anwendung (kann diese Funktion inzwischen übernehmen. Chatroulettes Existenz ist also ernstlich gefährdet. Und wenn der flüchtige Marktwert des Dienstes erhalten bleiben soll, muss das angekündigte Update schon Einiges bieten.

 

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