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Eine neuseeländische Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Zigarettenhersteller das Internet zwar nicht für Werbezwecke nutzen dürfen, es aber trotzdem tun. Oder zumindest nicht verhindern, wenn andere es tun. Hintergrund dieser Behauptung ist eine Inhaltsanalyse von Videos bei YouTube.

Dort haben die Autoren der Studie die Namen von 5 nicht-chinesischen Zigarettenmarken als Suchbegriff eingetippt, und dann aus den nach "Views" sortierten Ergebnislisten jeweils "bis zu 40" Videos herausgepickt, die tatsächlich etwas mit den Zigarettenmarken zu tun hatten. Trotz dieser Vorgabe sind es dann allerdings doch nicht 200 Videos, sondern lediglich 163, die in die Studie einfließen.

Diese 163 Videos bilden die Grundlage der Untersuchung, wobei die Mehrheit der Filme (71%) "pro-tobacco content" enthielten, aber nur knapp 4% "anti-tobacco content". 20 der Videos werden als "sehr professionell" bezeichnet. Was allerdings nicht sehr wundert, denn tatsächlich liefert ein Suche bei YouTube nach beispielsweise "Marlboro" in vielen Fällen professionell erstellte TV-Werbung. Darunter übrigens auch Werbung von fast schon historischem Wert, wie etwa der "Werbe-Spot" der Beatles für Marlboro.

Die Studie stellt also kurz zusammengefasst fest, dass die Suche nach Zigarettenmarken auch bei den beliebteren YouTube-Filmen Ergebnisse liefert, dass diese Videos das Rauchen häufig positiv darstellen, und dass die Filme ebenfalls häufig professionell gemacht sind.

Doch die Schlussfolgerung, die die Forscher aus diesem Ergebnis ziehen, scheint fragwürdig. Denn sie behaupten mehr oder weniger deutlich, dies sei ein Beleg dafür, dass die Zigarettenindustrie die freiwilligen, beziehungsweise verordneten Werbeverbote missachtet. Einen Hinweis darauf sehen die Wissenschaftler unter anderem darin, dass die gefundenen Videos das Rauchen positiv darstellen. Doch das liegt beispielsweise bei Werbefilmen in der Natur der Sache.

Und wenn die Wissenschaftler bei der Suche nach Zigarettenmarken keine negativen Darstellungen finden, dann kann das auch damit zu tun haben, dass niemand das Rauchen nur einer bestimmten Marke verdammt, sondern wenn schon das Rauchen an sich. Professionell gemachte Werbe-Spots gegen das Rauchen würden vermutlich sogar bewusst darauf verzichten, bestimmte Marken zu nennen, um sich nicht den Vorwurf der Diskriminierung einzelner Marken machen zu lassen.

Bleibt als Kritikpunkt aber der Umstand, dass überhaupt Werbefilme für bestimmte Marken bei YouTube zu finden sind. Hinsichtlich dieser Filme vertreten die Wissenschaftler die Auffassung, dass diese Videos häufig Marken, Logos oder mit der Marke verknüpfte Melodien benutzen, und dass es den Zigarettenfirmen ein Leichtes wäre, diese Verstöße gegen das Urheber-, beziehungsweise Markenrecht zu verhindern. So wie die Musikindustrie es vormacht, könnte die Zigarettenindustrie also bei YouTube nach Videos suchen, die möglicherweise gegen ihre Schutzrechte verstoßen.

Die Hersteller sollten also nicht nur das Prozessrisiko in Kauf nehmen, sondern auch noch einen Image-Schaden als Serien-Abmahner in Kauf nehmen, damit die nicht von ihnen eingestellten Werbefilme bei YouTube verschwinden. Das mag aus wissenschaftlicher Sicht vielleicht korrekt sein, aber ein wenig weltfremd ist es schon.

 

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