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MPEG LA, Verwalter mehrere Patent-Pools in den USA, hat die Erhebung von Lizenzgebühren für das Video-Format AVC/H.264 dauerhaft ausgesetzt. Das gilt allerdings nur für die freie und private Nutzung im Internet, nicht aber für die kommerziellen Lizenzen, wie sie beispielsweise Kamera-Hersteller abführen müssen.

Wie vor Monaten berichtet, hatte die bisherige Regelung einen beträchtlichen Haken: Private Anwender sollten bis zum 31.12.2015 von Lizenzen freigestellt sein. Danach wären Videos, wie sie mit den meisten Kameras aufgezeichnet werden könnten, strenggenommen abgabepflichtig. Liest man die Nutzungsbedingungen der im Handel erhältlichen Kameras genau, dann ist ohnehin nur die Nutzung der eigenen Filme für "persönliche, nicht-kommerzielle Zwecke" gestattet. Nimmt man es wortwörtlich, dann müsste ein durch Werbung finanziertes Video-Angebot privater Filme eigentlich Abgaben zahlen.

In der Praxis werden diese Abgaben allerdings nur, beziehungsweise in erster Linie bei rein kommerziellen Benutzern wie etwa den Herstellern AVC-encodierter Blue-Ray Disks verlangt. Oder bei Online-Diensten wie hulu.com beziehungsweise Apple iTunes, wo Videos mit dieser Encodierung angeboten werden.

Die neue Regelung, so wenig sie die tatsächliche Lizenzpraxis von MPEG LA beeinflussen wird, muss wohl im Zusammenhang mit der Einführung eines konkurrierenden Video-Formats durch Google gesehen werden. Google unterstützt das offene Video Codec VP8 beziehungsweise "WebM" anstelle von AVC/H.264. Wegen dieses konkurrierenden Formats ist bereits seit Monaten ein heißer Wettstreit mit MPEG LA zu beobachten.

Google wird beispielsweise vorgeworfen, WebPM verletze Schutzrechte Dritter, während zugleich MPEG LA unter Beschuss geriet, weil das Unternehmen als zugelassener Lizenz-Verwalter keine fairen, vernünftigen und nicht-diskriminierenden Verträge anbiete. Wobei auch Google wieder zurückrudern musste, als die von der Suchmaschine selbstgestrickte offene Lizenz für WebPM von der Open Source Community bemängelt wurde.

Die dauerhafte Freigabe von AVC/H.264 für die private Nutzung dürfte in diesem Spannungsfeld als eine Art kosmetische PR-Maßnahme gesehen werden. Denn MPEG LA bietet nun eine Angriffsfläche weniger, auch wenn sich an der sonstigen Situation gar nichts ändert.

 

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