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MySpace auf der Suche nach einem Überlebensplatz in der Nische: Seit Neustem können MySpace-Nutzer ihre Beiträge mit ihrem Facebook-Konto synchronisieren. Offenbar hält es das von Rupert Murdochs News Corp. verwaltete soziale Netzwerk nicht mehr für möglich, mit Facebook zu konkurrieren. Stattdessen präsentiert man sich als eine Art Juniorpartner, der sich inzwischen auch äußerlich an Facebook angepasst hat.

Eine Existenzberechtigung sieht Myspace wohl in erster Linie in den eigenen Inhalten, doch das scheint ein gefährliches Spiel. Durch die Synchronisation mit den Facebook-Konten erhofft man sich zwar vermutlich, dass andere Facebook-Nutzer auf die MySpace-Seiten gelockt werden, wo man Videos oder auch Präsenzen etwa von Musikern finden kann. Denn sobald in einem MySpace Posting ein Link auf einen MySpace-Inhalt auftaucht, kann er nun auch im Facebook-Konto des gleichen Anwenders erscheinen.

Doch damit erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass etwaige Reaktionen auf solche Postings von MySpace zu Facebook abwandern. Das "Soziale", durch das sich MySpace bisher definierte, wird nun der neuen Nischen-Existenz geopfert. Das nimmt man bei MySpace zur Zeit wohl billigend in Kauf, solange kurzfristig die Seitenaufrufe durch die Facebook-Zugriffe stabilisiert werden.

Die Frage ist aber, welche langfristigen Auswirkungen das haben wird. Zur Zeit noch benutzen die Musikverlage gerne die Dienste von MySpace, um den Musikverkauf durch die Auftritte der Künstler zu steigern. Doch MySpace hat schon lange  ein Image-Problem und gerade die Auftritte der Musiker in diesem Umfeld werden häufig mit gerümpfter Nase bewertet. Was, wenn die Musiker eines Tages darauf verzichten, sich auf MySpace zu präsentieren?

Dann bleiben von dem aktuellen HTML-Title "MySpace: Musik, Videos, Games und mehr" nur noch Video, Games und ein nicht bestimmbares "mehr". Bei den MySpace-Videos steht Musik aber auch im Vordergrund, andere unterhaltsame Videos findet man vermutlich leichter bei YouTube und Co. Und was die Games angeht, dürfte Facebook inzwischen auch über das weitaus bessere Angebot verfügen. Welche Aufgabe bleibt dem Juniorpartner dann noch?

 

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