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In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken

 

Ganz unspektakulär und ohne nähere Begründung gibt Apple schriftlich festgehaltene Richtlinien für die Überprüfung neuer Anwendungen im App Store bekannt sowie eine Neufassung des Lizenzprogramms für App-Entwickler unter iOS. Die wichtigsten Änderungen, die sich daraus ergeben, werden nicht einmal angesprochen. Obwohl nun Flash als auch Googles Werbenetzwerk Admob auf iPhone, iPad und iPhone Touch Einzug halten können.

Zu diesem Ergebnis kommt Apple-Beobachter John Gruber (Daring Fireball), der die sonst nur eingetragenen iOS-Entwicklern zugänglichen Dokumente in seinem Blog gegenüberstellt und analysiert. Im Lizenzabkommen werden drei Sektionen geändert, wobei in Sektion 3.3.1 der Passus ersatzlos entfällt, der unter anderem spezielle Programmiersprachen vorschreibt und unterm Strich den Einsatz des Cross-Compilers von Adobe untersagte. Die bisher verbotenen Flash-Anwendungen müsste damit nun genehmigt sein.

Absatz 3.3.2 wurde im Wesentlichen verkürzt, verbietet jetzt aber ausdrücklich den Download von ausführbarem Code. Die Änderungen und Kürzungen in Absatz 3.3.9 wiederum sind als Wegfall des Verbots von Google Admob zu sehen (Verbot der Sammlung von Anwenderdaten). Google darf nun also sein eigenes, mobiles Werbenetz in die Apps integrieren.

Die außerdem jetzt in geschriebener Form vorliegenden Richtlinien der "Review Guidelines" bezeichnet Gruber als so salopp verfasst, dass sie aus der Hand von Steve Jobs persönlich stammen könnten. Die Guidelines beginnen mit folgender Bullet List:

  • Wir haben über 250.000 Apps im App Store. Wir brauchen keine weiteren Furz-Apps.
  • Wenn deine App nichts Nützliches macht oder keine Form der anhaltenden Unterhaltung bietet, wird sie möglicherweise nicht angenommen.
  • Wenn deine App aussieht, als sei sie in ein paar Tagen zusammengeschustert worden, oder als ob du versuchst, deine ersten Übungen in den Store zu bringen, um deine Freunde zu beeindrucken, dann bereite dich auf eine Ablehnung vor. Wir haben eine Menge ernsthafter Entwickler, die ihre Qualitäts-Apps nicht in einer Amateur-Umgebung sehen wollen.
  • Wir werden Apps abweisen, von denen wir glauben, dass sie Grenze überschreiten. Was für eine Linie fragst du? Nun, ein Richter des Supreme Court hat es mal so ausgedrückt: 'Ich weiß es, wenn ich es sehe'. Und wir denken, wir werden es auch wissen, wenn du sie überschreitest.
  • Wenn deine App abgewiesen wurde, haben wir eine Berufungsinstanz an die du dich wenden kannst. Wenn du zur Presse rennst und uns anschwärzt, dann hilft das gar nicht".

Wirklich konkret sind diese und weitere Punkte der Richtlinien zwar auch nicht gerade. Doch sie scheinen immerhin griffiger und nachvollziehbarer als die bisherigen Regeln, die sich nur aus Versuch und Irrtum ergaben. Das betrifft etwa den Punkt, dass aggressive, beziehungsweise offensive und "bös gemeinte" Inhalte ausgesperrt werden, dass aber "professionelle politische Satire und Spaßmacher" von diesem Verbot ausgenommen sind.

Wie sich ihre Auslegung in der Praxis gestaltet, bleibt die große Frage. Denn sich ständig ändernde Regeln oder gar die Löschung bereits etablierter Apps aufgrund neuer Richtlinien wird das Vertrauen der Entwickler weiter belasten. Die mit den neuen Regeln einhergehende Lockerung wird jedenfalls erst einmal für eine Entspannung sorgen.

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