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MySpace zählt nach Angaben seines Inhabers Rupert Murdoch über 130 Millionen registrierte Nutzer. Ob alle von diesen Nutzern eingerichteten Seiten nützlich sind, ist schwer zu sagen. Doch Andy Kahan, der Beauftragte für Kriminalität und Opferhilfe der Stadt Houston, ist sich sicher, dass mindestens 34 dieser Auftritte schädlich sind.

Es handelt sich um die Seiten von Häftlingen, die auf ihre Hinrichtung warten. Da diese Häftlinge über keinen Internet-Zugang verfügen, werden die Seiten von Angehörigen und Freunden der zum Tode Verurteilten betreut. Doch sie werden wie beispielsweise die Seite des 29 Jahre alten Randy Halprin unter dem Namen der Straftäter geführt und das missfällt dem städtischen Beamten so sehr, dass er MySpace zur Löschung auffordert.

Eine rechtliche Grundlage hierfür dürfte er kaum haben, denn auf den von ihm bemängelten Auftritten sind keine groben Verstöße gegen geltendes Recht zu finden. Jeder Rapper, der sich zu Werbezwecken auf MySpace präsentiert, ruft eher Gewalttaten auf, als die dort vertretenen Gewaltverbrecher aus der "Death Row".

Daher sieht MySpace bisher auch keinen Grund, die von Kahan ermittelten Auftritte zu löschen. Und man beabsichtigt auch nicht, nach weiteren Auftritten dieser Art zu fahnden. MySpace ist allenfalls bereit, die genannten Seiten einer genaueren Überprüfung zu unterziehen. Doch diese Prüfung wird absehbar folgenlos bleiben, da es neben dem MySpace-typischen Comic-Müll, nervtötenden Musik-Einblendungen und dem ebenfalls üblichen Grotten-HTML keine Verstöße gegen das Gesetz oder gegen die Nutzungsbedingungen gibt.

Dennoch will Kahan diese Seiten verbieten und das vermutlich aus politischen Gründen. Denn die Auftritte geben den Straftätern ein Gesicht und könnten dazu dienen, die Diskussion um die Todesstrafe wieder aufleben zu lassen. Die Argumente Kahans, man müsse eine Linie ziehen, es den Straftätern verbieten, ihre Taten zu legitimieren und leicht manipulierbare Jugendliche vor Beeinflussung schützen, täuschen nicht darüber hinweg.

Von daher ist das Phänomen der Verbrecher-Auftritte im Alternativ-Medium Internet durchaus interessant. Denn eine Diskussion der Todesstrafe ist sowohl aus Sicht der Befürworter als auch der Gegner sinnvoll.

Nachtrag (20.11.06): Die Seite von Randy Halprin wurde inzwischen entfernt. Ob MySpace oder der Urheber dieses Auftritts dafür verantwortlich sind, ist nicht bekannt.



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