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Bei Yahoo bröckelt es weiter: Jetzt wird auch das "Directory UK & Ireland" eingestampft und die bisherigen Kunden stehen vor der Wahl, mit einem Platz im noch verbleibenden US-Verzeichnis vorlieb zu nehmen, oder sich die zuletzt gezahlten Gebühren zurückzahlen zu lassen.

Für Aufregung wird diese Mitteilung nicht mehr sorgen. Schon gar nicht in Deutschland, wo das Verzeichnis bereits im letzten Jahr eingestellt wurde. Netzarchäologen werden sich aber erinnern, dass Yahoos Verzeichnis noch vor gar nicht allzu langer Zeit als eines der wichtigsten Instrumente der Informationssuche im Internet galt. Wer im Internet gefunden werden wollte, musste dort eingetragen worden sein. Yahoo war das erste große Verzeichnis seiner Art und Vorbild für eine ganze Reihe von weiteren Webkatalogen.

Eine Zeitlang sah es sogar so aus, also ob bei Yahoo und Co Bibliothekare in Massen einen Internet-Arbeitsplatz finden könnten. Denn wer war besser geeignet, die rapide steigenden Informationsmengen zu ordnen? Daran änderte auch das Aufkommen der ersten "echten" Suchmaschinen (AltaVista, HotBot etc.) wenig. Doch Google machte dem ein Ende. Der neue Stern am Himmel der Internet-Suchhilfen lieferte nicht nur bessere Ergebnisse, sondern verzichtete (anfänglich) auch komplett auf Werbung.

Das war die Zeit, als Yahoo sich erst zu einem "Portal" und dann zu einem unbestimmbaren Konglomerat von Internet-Diensten entwickelte. Eine Entwicklung, die durch den Vertrag mit Microsoft über die Aufgabe der eigenen Suchfunktion gekrönt wurde. Jetzt also ist auch ein Teil des noch verbliebenen englischsprachigen Verzeichnisses dem Rotstift zum Opfer gefallen.

Das mag kein größeres Problem sein, da sich das Verzeichnis als ordnende Struktur selbst überlebt hat. Doch mit dem Verzeichnis konnte man Yahoo identifizieren. Selbst nachdem Yahoo im Jahr 2002 eine eigene Index-Suche gestartet hatte, war das Unternehmen "das größte Internet-Verzeichnis" geblieben. Wenn man heute möglichst knapp beschreiben will, was Yahoo ist, dann heißt die Antwort: "Der größte ausländische Anteilseigner des chinesischen B2B-Handelsplatzes Alibaba".

 

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