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Ron Hovsepian, CEO von Novell, wendet sich in einem offenen Brief an die "Linux Community". Das ist wohl der letzte und bisher deutlichste Hinweis darauf, dass der Anfang November überraschend angekündigte Deal zwischen Novell (Suse Linux) und Micosoft nicht ganz nach Wunsch gerät.

Unterstützt wird diese Einschätzung durch ein weiteres Statement Microsofts. Darin heißt es fast schon sybillinisch "Microsoft und Novell haben sich darauf geeinigt, sich darüber uneinig zu sein, ob bestimmte Open Source-Angebote die Patentrechte Microsofts verletzen, oder ob bestimmte Angebote Microsofts auf die Patente Novells zurückgreifen".

Beide Mitteilungen sollen offenbar den Eindruck vermitteln, dass alle Beteiligten von dem vereinbarten Deal profitieren, und dass weiterhin Einigkeit zwischen den Vertragspartnern besteht. Wobei auch die Open Source Gemeinschaft den Eindruck erhalten soll, zu den Begünstigten des Vertrages zu gehören.

Doch die Außenstehenden wie etwa die Beobachter aus den Kreisen der Mac-Anhänger weiden sich augenscheinlich daran, dass Microsoft-Chef Steve Ballmer den Novell-Vertrag für seine eigenen Ziele instrumentalisiert. Ballmer bezeichnet den Vertrag als Beweis dafür, dass Linux das geistige Eigentum Microsofts missbraucht.

Die Steilvorlage für diese Behauptung liefert ein Teil des Vertrages, in dem es scheinbar unschuldigst um die Vermeidung von Patentansprüchen geht. Microsoft hat sich bereit erklärt, 108 Millionen Dollar an Novell zu zahlen, um etwaige Ansprüche zu befriedigen.

Novell zahlt im Gegenzug aber ebenfalls 40 Millionen Dollar an Microsoft - und gesteht damit in den Augen Ballmers ein, dass Linux die Rechte Microsofts beschädigt. Ein Vorwurf, der die Linux-Nutzer in Rage bringt, denn auf eine genauere Beschreibung dieser angeblichen verletzungen hat sich Microsoft bisher nicht eingelassen. Und wird es nach der Zahlung von Lizenzgebühren durchNovell auch künftig nicht mehr tun müssen.

Soweit in aller Kürze der Stand der Dinge. Doch der heute veröffentlichte offen Brief des Novell-Chefs lässt vermuten, dass jetzt die Geschichte erst ihren Lauf nimmt. Denn darin widerspricht Novell den Behauptungen Ballmers und verneint es, dass die Zahlungen an Microsoft einem Eingeständnis gleichkommen.

Der Klärungsbedarf ist unübersehbar, auch wenn man sich geeinigt hat, uneinig zu sein.



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