Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
18. November 2010
Posted in Internet News
Harvard-Jurist Ben Edelman übt erneut Kritik an Google. Aktuell bemängelt er, dass Google zwar einerseits behauptet, die eigenen Suchergebnisse nicht zu manipulieren. Andererseits aber präsentiert Google die Ergebnisse eigener Produkte häufig an bevorzugter Postion ganz oben auf der Ergebnisliste.
Edelman belegt das beispielsweise mit der Eingabe von Ticker-Symbolen der großen, börsennotierten Unternehmen. Eingaben wie AAPL oder GOOG führen jeweils zu Ergebnissen von Google Finance an erster Stelle. Obwohl andere Finanzinformationsangebote deutlich prominenter als Googles eigene Finanz-Website sind. Yahoo Finance, laut Comscore das bedeutendste Finanzangebot in den USA, folgt erst an späterer Stelle.
Ähnlich verhält es sich laut Edelmann in anderen Bereichen, wie etwa beim Thema "Gesundheit". Hierzu bietet Google in den USA den Service Google Health an, der bei der Eingabe von Krankheitsbezeichnungen auch oftmals an oberster und vorderster Stelle als Ergebnis eingeblendet wird.
Das aber, meint der Jurist, steht im klaren Widerspruch zu den mehrfach wiederholten Beteuerungen der Suchmaschine, dass alle Ergebnisse Googles objektiv zustande kommen und es keine manipulierten Ergebnisse gibt. Edelman listet eine ganze Reihe solcher Aussagen auf und nennt die entsprechenden Quellen.
Doch wie sinnvoll ist es, plakative PR-Aussagen auf die Goldwaage zu legen? Was bedeutet es schon, wenn Udi Manber als Google Vizepräsident mit dem Aufgabengebiet "Search Quality" in einem Interview sagt "Bei Google verändern wir nicht manuell die Ergebnisse"?
Diese Angabe scheint in Widerspruch zu Edelmans Erkenntnissen zu stehen und auch zu der Angabe von Googles Top-Frau Marissa Mayer, die schon öffentlich bestätigt hat, dass man dem Link auf Google Finance den ersten Platz gegeben hat. Damit wurde der Aussage Manbers aber nicht logisch zwingend widersprochen. Vermutlich wurde nicht die Suche manipuliert, sondern vielmehr die Ausgabe der Ergebnisse. Sobald einer der von Google vordefinierten Keyword-Gruppen (Ticker-Symbole, Krankheitsbezeichnungen, Ortsnamen etc.) eingetippt wird, wird den Ergebnissen das vorangestellt, was Googles eigene Produkte an Ergebnissen erzeugen.
Man könnte das schlichtweg als Eigenwerbung bezeichnen. Sie ist zwar nicht als Werbung gekennzeichnet, doch das findet man bei Eigenwerbung allgemein selten.
Aus Sicht von Google ist das jedenfalls absolut in Ordnung. Auch das hat Mayer kurz und prägnant zusammengefasst: "Es scheint nur unser faires Recht, wir tun all Arbeit für die Suchseite und all diese anderen Dinge, also stellen wir sie auch auf den ersten Platz". Es fällt schwer, dem zu widersprechen.
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