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25. November 2010
Posted in Internet News
China hat ein de facto Ausfuhrverbot für Lanthanoide (Wikipedia) gegenüber Japan nach zwei Monaten wieder aufgehoben. Zwei mit den Seltenen Erden beladene Schiffe sollen China in Richtung Japan verlassen und damit das Embargo beendet haben. Hinter dieser trockenen Meldung von Associated Press verbirgt sich ein Hinweis auf den zunehmenden Druck, den China auf die westlichen Länder und deren IT-Branche ausübt.
Die Seltenen Erden werden für die Herstellung einer Vielzahl von elektronischen Produkten benötigt und China kontrolliert weit über 90% des Abbaus der entsprechenden Metallverbindungen. Die Drohung, die Ausfuhr der Mineralien zu senken, ist keineswegs neu. Gedrosselt wird der Export schon seit einiger Zeit und es wurde auch schon häufiger die Drohung verbreitet, die Abgabe der Mineralien von einer Weiterverarbeitung beziehungsweise der Endproduktion in China abhängig zu machen. Doch ein Stopp des Exports wie im Fall Japans ist neu.
Es kam zu dem de facto Ausfuhrverbot, nachdem japanische Patrouillenboote mit chinesischen Fischerbooten kollidierten, die sich in der Nähe von Inseln aufhielten, deren Besitz zwischen China und Japan umstritten ist. Die Kapitäne der Fischerboote wurden verhaftet. Neben dem Ausfuhrverbot kam es in Folge des Zwischenfalls auch zur wiederholten Einbestellung des japanischen Botschafters.
Allerdings scheint sich Japan nicht dem Druck gebeugt zu haben. Stattdessen hat Sojitz, ein Konsortium japanischer Firmen, sich ein Vorkaufsrecht auf 70% der Abbaumengen einer australischen Mine gesichert, die eine Gesamtkapazität von 22.000 Tonnen haben soll. Der Abbau wird im kommenden Jahr beginnen. Weiterhin hat Japan in Gesprächen versucht, in der Mongolei und in Vietnam neue Ressourcen zu erschließen. Länder, mit denen China wiederum in Gesprächen steht, um vermutlich Absprachen über den Export zu treffen.
Es ist nun die Frage, ob Japans Vorgehen das Druckmittel der Chinesen für den gesamten Weltmarkt abgeschwächt hat. Die genannte Zahl von 22.000 Tonnen Abbaupotential und die erwarteten Fördermengen in Australien von 3.000 Tonnen pro Jahr lässt nur wenig Hoffnung aufkommen. Denn der Export Seltener Erden aus China betrug im September 3.660 Tonnen und sank - nicht zuletzt infolge des Embargos - im Oktober auf 830 Tonnen. Etwa die Hälfte der chinesischen Exporte sind üblicherweise für Japan gedacht.
Wie hoch nun der Export nach Aufhebung des Embargos, aber bei weiterhin erwarteter Drosselung der Gesamtmenge wieder steigen wird, bleibt abzuwarten. Die japanischen Firmen werden jedenfalls noch deutlicher gespürt haben, in welcher Abhängigkeit von China sie sich befinden und verstärkt nach Alternativen suchen - wenn es sie denn gibt. Der Rest der Welt wird wie Apple und viele andere Firmen darauf setzen, Geräte im eigenen Land zu entwickeln und zu vermarkten, die Herstellung aber den Chinesen zu überlassen.
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