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30. November 2010
Posted in Internet News
Gestern wurde hier in einem Beitrag die Überlegung angestellt, ob Wikileaks denn mit der letzten Veröffentlichung "sein Pulver verschossen" haben könnte. Dem widerspricht Wikileaks-Sprecher Julian Assange aber in einem Forbes-Interview vom 11. November, das erst vor Stunden veröffentlicht wurde.
In diesem Interview erklärt Assange, dass er beziehungsweise Wikileaks immer noch auf einem "Schatz" von Daten sitze. Etwa die Hälfte davon stammt aus dem "privaten Sektor". Auch das nächste Ziel beziehungsweise Opfer stehe schon fest: Wikileaks werde Daten einer führenden US-Bank veröffentlichen, die einen "wahren und repräsentativen Einblick geben werden, wie sich Banken auf der Führungsebene verhalten". Die Veröffentlichungen werden nach Meinung Assanges "Untersuchungen und Reformen stimulieren". Es gebe bisher nur ein vergleichbares Beispiel, und das seien die Enron-Mails (Wikipedia).
Als geplanten Termin der Veröffentlichung gibt der Wikileaks-Sprecher an, dass dies "früh im nächsten Jahr" erfolgen wird. Zum Umfang befragt meint er, es sei vielleicht nicht so viel, wie im Fall des Irak-Megaleaks, doch es handele es sich schon um "mehrere zehn- oder hunderttausend Dokumente, je nachdem, wie man es definiert". Weiter kündigt Assange an, dass diese Bankdaten einige "schamlose Verstöße und unethische Praktiken" offenbaren werden. "Man könnte es das Ökosystem der Korruption nennen. Aber es ist auch die reguläre Entscheidungsfindung (einer Bank), die blind ist gegenüber unethischen Praktiken und unethisches Verhalten unterstützt, die Aufsicht, die nicht ausgeübt wird, die Prioritäten der leitenden Angestellten, wie sie meinen, ihre Eigeninteressen zu erfüllen. Die Art, wie sie darüber reden".
Weitere Details dazu gibt Assange nicht preis. Doch er bestätigt, dass Wikileaks auch noch über Material von BP verfüge, das man aber erst noch überprüfen müsse, ob es sich um originale Informationen handelt. Es habe zum Thema BP einfach zu viel Presseberichte gegeben, Anwälte und Privatpersonen liefern weiteres Material. Zur Frage, ob man auch Material zu russischen Firmen und Politikern gebe, meint Assange weiter, dass es eine Menge Informationen über Unternehmen und Regierungen gebe, auch zu Russland. Außerdem gebe es Daten zur "Tech Industry", der Energieindustrie und zu einer ganzen Menge anderer Themen.
Beispielhaft erwähnt er den Fall einer texanisch-kanadischen Ölfirma, die Ölquellen in Albanien betreibt, die aber wiederum von der albanischen Regierung in Zusammenarbeit mit einem Konkurrenzunternehmen sabotiert und gesprengt wurden. Als man diese Informationen erhielt, habe man bei Wikileaks nicht gewusst, wie damit umzugehen sei. Es fehlten Fakten und es war beispielsweise denkbar, dass es hierbei um den Versuch eines Unternehmens geht, einen Konkurrenten anzuschwärzen.
Dieses und weitere Beispiele sollen zeigen, dass Wikileaks noch einige Daten "auf Lager" hat, die auf Veröffentlichung warten. Es zeigt aber auch, dass Wikileaks sich nicht als Distributions-Instanz ohne Kontrolle versteht. Vielmehr findet eine Auswahl der Informationen statt, die veröffentlicht werden sollen und Wikileaks überprüft auch, welche Informationen als gültig und damit auch welche Quellen als zuverlässig einzustufen sind.
Das klingt nach keiner einfachen Aufgabe und ist sicher auch als Ansatzpunkt für Kritik zu sehen. Doch Assange zeigt sich überzeugt, dass das Wikileaks-Konzept sinnvoll ist und er hält es wohl auch für wahrscheinlich, dass der Nachschub an weiteren Informationen nicht ausbleiben wird. Die Strategie von Wikileaks lasse sich schließlich auch mit dem Satz "Mut ist ansteckend" ("courage is contagious") zusammenfassen.
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