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Das Thema "Wikileaks" ist zur Zeit kaum zu vermeiden. Doch ein Aspekt der jüngsten Wikileaks-Veröffentlichungen blieb bisher eher unbeachtet: Welche Rolle spielen die fünf von Wikileaks ausgewählten Medien bei den Ereignissen? Nach Darstellung von AP sind El País, Guardian, Le Monde, New York Times und Spiegel keineswegs nur die Sprachrohre der Enthüller-Website, sondern im Fall von "Cablegate" so etwas wie beratende Kooperationspartner.

Das beginnt schon damit, dass beide Seiten sich über die Veröffentlichung der "Cables" absprechen. Die fünf Medien sind im Besitz aller 251.000 Cablegate-Dokumente, doch von Wikileaks wurden bisher weniger als 1.000 davon veröffentlicht. Gemeinsam haben die fünf Medien demnach darüber beraten, welche Themen aus dem gesamten Fundus in den Medienberichten verarbeitet werden. Die Medien sollen dann aber auch Wikileaks empfohlen haben, welche Cables zu veröffentlichen sind und welche Überarbeitung (Schwärzung) bei den Telegrammen notwendig ist.

Nicht ganz klar ist dabei die Rolle der New York Times, über die sich Wikileaks-Sprecher Julian Assange in den letzten Monaten mehrfach negativ geäußert hat. Die US-Zeitung soll die Telegramme vom britischen Guardian in Kopie erhalten haben.

Nach der Darstellung der US-Nachrichtenagentur spielen die fünf Medien jedenfalls eine bedeutende Rolle bei den jüngsten Wikileaks-Enthüllungen und im Grunde wird dadurch auch einem Großteil der Kritik die Grundlage entzogen. Denn oft genug heißt es, Wikileaks veröffentliche die Dokumente ohne dabei journalistische Regeln zu beachten.Doch dem kann widersprochen werden, denn es sind ja die fünf namhaften Publikationen selbst, die das Was und Wie der Veröffentlichung bestimmen.

Gleichzeitig heißt es von Seiten der Kritiker oft weiter, dass durch dieses verantwortungslose Vorgehen Menschen in Gefahr gebracht würden. Ein Argument, das zuletzt SPD-Mann Frank-Walter Steinmeier aufwärmte, weil die Enthüllungen seiner Meinung nach die Friedens- oder Stabilisierungsbemühungen im Nahen und Mittleren Osten gefährden. Allerdings hat sich der Spiegel auch in seinem Fall ein Cable aus den 251.000 ausgepickt: Laut dieser Botschaftsdepesche hat sich Steinmeier im Herbst 2009 vor dem absehbaren Misserfolg bei der Bundestagswahl bei US-Botschafter Murphy ausgeweint und Murphy hat wie alle Informationen brühwarm seiner Regierung mitgeteilt.Wird der Ärger Steinmeiers über Wikileaks nun durch die Informationen aus der arabischen Welt beeinflusst, oder doch durch die Indiskretion des US-Botschafters?

Die Rolle als "Wiileaks-Gatekeeper", die dem Spiegel in Deutschland derzeit als einzigem Medium zukommt, macht die Beurteilung der gesamten Ereignisse nicht leichter. Der Spiegel kann in Deutschland sozusagen frei die Medien-Agenda bestimmen, wenn es um Cablegate geht. Selbstverständlich werden alle übrigen Medien auch die anderen "Original-Quellen" im Auge behalten, um sich gegebenenfalls auf andere Cable-Inhalte werfen zu können. Doch gerade hinsichtlich der deutschen Innenpolitik ist der Spiegel eine Art Quasi-Monopolist. Die Wikileaks-Ankündigung, wonach sich auch andere Medien und Journalisten um einen Zugang bewerben können, blieb bisher folgenlos.

Die fünf Medien wiederum werden kein Interesse daran haben, ihre Wettbewerber mit dem Datenbestand zu versorgen. Was verständlich ist, denn die Wikileaks-Veröffentlichungen sind schließlich auch ein riesiges Geschäft. Die Spiegel-Ausgabe der vergangenen Woche liegt beispielsweise auch in dieser Woche noch aus und für den Freitag wird ein Sonderheft erwartet, in dem es nur um Wikileaks gehen soll. Da drängt sich konsequenterweise der Wunsch auf, es möge auch bei den fünf Medien Lecks geben, damit auch andere Publikationen die Selektion der Informationen übernehmen können. Denn wer weiß, welche Details auf immer verschwiegen bleiben, weil sie das deutsche Magazin nicht für wichtig genug hält.

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