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Im US-Bundesstaat Virginia will man verhindern, dass sich Lehrer ihren Schutzbefohlenen sexuell nähern, die Schüler missbrauchen. Zu diesem Zwecke wurde ein neues Regelwerk entwickelt, mit dem die elektronische Individualkommunikation zwischen Lehrern und Schülern behindert wird: Gesimst, gemailt und getwittert werden darf nur, wenn die Schulverwaltung das auch kontrollieren kann.

Die vom "Virginia Board of Education" aufgestellten Regeln sind dabei zwar von den Schulen nicht verpflichtend zu übernehmen. Doch üblicherweise ist die Autorität des Schulrats groß genug, um eine Übernahme beziehungsweise Integration in das eigene Regelwerk zu veranlassen. Dann also wird es den Lehrern von ihrem Arbeitgeber angeraten, jede elektronische Kommunikation "one-on-one" mit den Schülern zu unterlassen, sofern dazu nicht Systeme oder Konten genutzt werden, die die Schule selbst zur Verfügung stellt.

Die Frage an den Lehrer per Mail, welche Hausaufgaben zu machen sind, sollte also unbeantwortet bleiben, solange die Mail nicht beispielsweise über einen Server der Schule transportiert wird. Das Gleiche gilt für Geburtstags-SMS an den Lehrer, die direkte Kommunikation mit ihm über ein Facebook-Konto oder einen Telefonanruf. Die Richtlinien versuchen dabei zwar, diese Verbote auf die private Kommunikation einzuschränken. Doch es dürfte dem Lehrer oder auch der Lehrerin in der Praxis schwerfallen, den Schulbezug und private Kommunikation haarscharf voneinander zu trennen.

Will man sich strikt an die Regeln halten, lässt man als Lehrer die elektronische Kontaktaufnahme des Schülers am Besten ins Leere laufen. Womit die Richtlinien auf ein Verbot der elektonischen Kommunikation hinauslaufen und der Lehrer disziplinarische Maßnahmen riskiert, wenn er dennoch das Gespräch mit den Schülern aufnimmt. Für die Lehrer des Bundesstaates dürfte das keine allzu große Neuerung sein, denn schon die bestehenden Richtlinien sehen vor, dass Privatgespräche mit den Schülern nur dort stattfinden können, wo sie potentiell beobachtet werden können. Also etwa im Klassenzimmer bei geöffneter Tür zum Flur. Und auch das sollte ohne Wissen des Direktors und ohne schriftliche Zustimmung der Eltern nicht zur Gewohnheit werden.

Die Strikheit der Regeln wirkt dabei zunächst wie ein hilfloser Versuch, die Gefahren der modernen Kommunikationsmittel zu bändigen. Doch man könnte die Richtlinien des Board of Education auch als Maßnahme zum Selbstschutz interpretieren. Denn durch diese Richtlinien werden zwar möglicherweise nicht einhaltbare Verhaltensregeln eingeführt. Doch die Schulen können sich im Zweifelfall auf eben diese Verbote berufen.

Wenn also tatsächlich ein Fall des Missbrauchs entdeckt wird, bei dem auch die elektronische Kommunikation eine Rolle spielte, dann kann die Schule sich auf die Regelübertritte des Lehrers berufen. Auch wenn der Lehrplan der Schulen es unter anderem vorsieht, dass die Lehrer ihre Schüler auf die Kommunikationsmittel des 21. Jahrhunderts vorbereiten.

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