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28. Januar 2011
Posted in Internet News
Auch Microsoft legte seine Bilanzen für das abgelaufene 2.Quartal seines Steuerjahrs vor und es lohnt sich, einen Blick auf diese Zahlen zu werfen. Nachdem Apple schon vor Monaten Microsofts "Market Cap" überrundet hat und damit "mehr wert" ist als der Software-Riese, gilt Microsoft für viele als Auslaufmodell. Ob das stimmt, ist eine andere Frage, denn Microsofts Geschäfte sind weiterhin als grundsolide zu bezeichnen.
Das beginnt schon damit, dass der Verkauf von Windows 7-Lizenzen sehr zufriedenstellend verläuft. 300 Millionen Windows 7-Lizenzen hat Microsoft an den Mann gebracht und man geht bei Internet-Rechnern von 20% Marktanteil des noch neuen Systems aus. Die große Kaufwelle aus den Unternehmen, mit der bei neuen Windows-Systemen bisher immer erst später zu rechnen war, steht bislang noch aus. Dafür musste Microsoft allerdings hinnehmen, dass der Verkauf der Betriebssysteme vor allem in Entwicklungsländern sehr gut verlief, wobei das Unternehmen dort meist wesentlich günstigere Lizenzpreise verlangt. Außerdem musste Finanzchef Peter Klein einräumen, dass gerade im Netbook-Bereich eine nachteilige Entwicklung zu beobachten war. Die Verkaufszahlen nahmen dort ab, was teilweise durch den Verkauf von Tablet-Rechnern erklärbar sein soll.
Dafür konnte Microsofts Business-Abteilung aber mit einem dicken Verkaufsplus bei den Office-Produkten punkten. Die aktuelle Version soll 50% häufiger verkauft worden sein als die Vorgänger-Version in der gleichen Phase ihres Lebenszyklus'.
Ein weiteres Highlight lieferte der Verkauf von 8 Millionen Kinect-Geräten, der zu einem dicken Gewinn der Abteilung "Unterhaltung und Geräte" führte. Mit diesem Erfolg der Konsolen-Erweiterung hat man wohl bei Microsoft selbst nicht gerechnet.
Unterm Strich machte Microsoft damit bei deutlich geringeren Einnahmen immer noch einen etwas höheren Nettogewinn als Apple - Marktwert hin oder her. Und das, obwohl ein bisher noch nicht erwähnter Bereich des Microsoft-Engaments seit Jahren eine Geldverbrennungsanlage darstellt.
Gemeint ist das Online-Business Microsofts, das nun schon seit dem Jahr 2006 nur Verluste einfährt und zwar zuletzt wieder 533 Millionen Dollar beziehungsweise 2,5 Milliarden Dollar in den letzten vier Quartalen.
Der Business Insider meint dazu in einer Mischung aus Staunen und Neid: "Hat je ein Unternehmen online so viel Geld verloren wie Micosoft?"
Die Antwort lautet: Nein, denn das muss man sich erst einmal leisten können.
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