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Ein Bericht des Suchmaschinen-Experten Danny Sullivan wirft ein Licht auf den sonst eher verborgenen Konflikt zwischen Googles Suchmaschine und Microsoft Bing. Sullivan berichtet, dass Bing Googles Suchergebnisse nicht nur überwacht, sondern diese auch kopiert.

Wobei der Suchmaschinenexperte ganz offensichtlich von Google "geimpft" wurde. Vielleicht mit der Absicht, dass dieser die Öffentlichkeit über das Fehlverhalten informiert. Oder, um Microsoft vorab mit dem Vorwurf zu konfrontieren. Denn die eigentliche Erkenntnis ist das Ergebnis einer verdeckten Aktion, über die Google zuvor selbst nicht berichtete. Erst in einem Stunden später erschienenen Blog Posting klärt Google auf, um was es konkret geht.

Googles Ingenieuren war demnach das Folgende aufgefallen. Im Sommer vergangenen Jahres überprüfte man die eigenen Ergebnisse für den Suchbegriff "tarsorrhaphy", mit dem ein selten ausgeführtes medizinisches Verfahren bezeichnet wird. Allerdings tippte man das Wort nicht in seiner orthographisch korrekten Form ein, sondern als Vertipper "torsorophy". Wie häufig zu beobachten, korrigierte Google den Fehler und lieferte einen Wikipedia-Artikel an erster Stelle der Ergebnisliste. Bing dagegen lieferte zu diesem Zeitpunkt für "torsorophy" noch kein Ergebnis.

Einige Zeit später, immer noch im Sommer 2010, ergab die Bing-Suche nach "torsorophy" aber ein Ergebnis. Und zwar den nämlichen Wikipedia-Artikel über "tarsorrhaphy". Nach weiteren und immer seltener zufälligen Funden folgte schließlich eine systematische Überprüfung des Problems. Man produzierte 100 "synthetische Suchen", für die man den Index mit ganz speziellen Ergebnissen impfte. Die Ergebnisseiten enthielten dabei nicht den gesuchten Phantasie-Begriff und es gab auch keine Links auf diese Ergebnisseiten, die den Begriff verwandten.

Es gab also für keine andere Suchmaschine einen Grund, auf Zeichenfolgen wie "hiybbprqag" die von Google als Falle ausgelegten Ergebnisse zu liefern. Auch Bing hatte auf diese "Queries" zunächst keine Antworten parat.

Doch nachdem 20 Google-Ingenieure auf ihren Laptops den Internet Explorer 8 in Verbindung mit dem Bing-Toolbar benutzten, um nach diesen Begriffen bei Google zu suchen, änderte sich das Bild. Im Laufe der Wochen lieferte Bing Ergebnisse auf die synthetischen Suchen und es waren genau jene Seiten, mit denen Google seinen Index manipuliert hatte.

In irgend einer Weise wurden die Suchen samt den von den Ingenieuren angeklickten falschen Google-Ergebnissen von den Google-Notebooks an Microsoft weitergeleitet. Nun ist man bei Google erbost, dass Microsoft die Ergebnisse der eigenen Algorithmus-Weiterentwicklung einfach so übernimmt.

Microsoft dagegen sieht Google in einer Art PR-Stunt, in einem Zustand der künstlichen Erregung: Nach dem Vorbild von Spionage-Romanen habe man nach extremen Sonderfällen einer gängigen Praxis gesucht, der sich auch Google bedient: Die Rückmeldungen der Anwender, die diese im Rahmen eines Opt-In-Verfahrens an Microsoft liefern, werden demnach bei Bing zur Verfeinerung der Suchergebnisse benutzt. Neben vielleicht 1.000 anderen "Signalen", die von Bings Algorithmus berücksichtigt werden. Ähnlich gehe man auch bei anderen Suchmaschinen vor, auch bei Google.

Ganz von der Hand zu weisen ist diese Darstellung nicht, denn Googles Ingenieure sind schließlich auf das Problem gestoßen, als sie selbst Bings Ergebnisse kontrollierten. Das eine mag nach Darstellung Googles der Konkurrenzbeobachtung gedient haben, das andere dem "Abgucken" der Ergebnisse. Doch bei Microsoft sieht man das höchstwahrscheinlich ganz anders. Denn wie würde Google reagieren, wenn Bing "bessere" Ergebnisse geliefert hätte? Würde man dann die eigenen Ergebnisse nicht auch "nachbearbeiten"? 

Womöglich wird sich die Detektivarbeit Googles ohnehin zum Bumerang entwickeln, denn spätestens jetzt kann es als bewiesen gelten, dass der Google-Index von Hand manipuliert werden kann. Gemeint ist damit nicht, dass einzelne Suchergebnisse aufgrund von Abmahnungen, Verfügungen oder wegen polizeilicher Sperrlisten im Ergebnisfenster nicht erscheinen.

Gemeint ist vielmehr, dass Google auf ganz bestimmte Queries ganz bestimmte Suchergebnisse produzieren kann. Das wirft die Frage auf, wie ausgeprägt dieses Manipulations-Instrumentarium in der Praxis genutzt und möglicherweise auch missbraucht werden kann.

Den Vorwurf, dass Google seine eigenen Seiten in den Vordergund stellt, gibt es seit längerem. Dass sich unter Googles Mitarbeitern schwarze Schafe befinden, ist ebenfalls nicht neu. Wie also wird sichergestellt, dass Googles Index nicht auch aus anderen Gründen manipuliert wird? Und nicht nur, um den Konkurrenten Bing auf frischer Tat zu ertappen.

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