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Der Netzökonom der FAZ liefert eine Meldung, die man mit Vorsicht genießen sollte. Angeblich plant Twitter demnach eine "mobile Offensive" in Deutschland. Was sich in der weiteren Darstellung auf die Einführung eines SMS-Angebotes in Deutschland reduziert. Kevin Thau, der für Unternehmensentwicklung zuständige Twitter-Mann, wird mit den Worten zitiert, dass man diesen Dienst so schnell als möglich einführen wolle.

Doch mit diesem Wunsch alleine wird das allgemeine Problem wohl nicht zu beheben. Dieses Problem besteht darin, dass in Deutschland im Unterschied zu einigen anderen Ländern der Empfang von SMS nicht kostenpflichtig ist. Genauer müsste man das Problem eigentlich so beschreiben, dass der Versand und der Empfang von Textbotschaften in den ersten Jahren kostenlos war, dass dann aber die Mobilfunkanbieter in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Geschäftsmodelle für das beim Publikum begehrte Kommunikationsinstrument entwickelten.

In den USA ist der SMS-Empfang bis heute teilweise kostenpflichtig, was für Dienste wie Twitter zumindest in der Anfangszeit sehr interessant war. Denn dadurch konnten die Mobilfunkanbieter zur finanziellen Unterstützung des neuen Dienstes überredet werden. Wenn viel gezwitschert wurde, machten die Mobilfunkanbieter Kasse. Ein Effekt, der sich mit der weiteren Verbreitung von "Plans" mit freiem SMS-Kontingent reduzierte.

In Ländern wie Deutschland ist der Empfang dagegen immer frei und es lohnt sich für die Mobilfunkunternehmen nur wenig, Twitter günstige Versandoptionen anzubieten. Doch inzwischen hat zumindest O2 erkannt, dass der SMS-Empfang aus sozialen Netzwerken die Kundenbindung erhöht. Facebook-Nutzern bietet das Unternehmen inzwischen an, "Freundschaftsanfragen, Nachrichten, Pinnwandeinträge und Statusmeldungen" kostenlos zu erhalten. Wobei es erwähnenswert sein sollte, das Google zuvor schon kostenlose SMS-Benachrichtigungen für seinen Kalender eingeführt hat.

Es ist daher tatsächlich nicht unwahrscheinlich, dass auch Twitter bald ein Übereinkommen mit einem, mehreren oder gar allen Netzbetreibern in Deutschland erzielen kann. Was zwar vermutlich mit Kosten verbunden sein wird. Doch Twitter muss gerade in Deutschland auch darauf achten, nicht den Anschluss zu verlieren.

Thau erklärt der FAZ zwar, dass Deutschland "einer der Kernmärkte in Europa" für Twitter ist. Doch laut der letzten Comscore-Statistik vom Dezember 2010 zählt Deutschland nicht einmal zu den Top 20 Twitter-Märkten weltweit. Im globalen Durchschnitt erreicht Twitter demnach eine Reichweite von 7,4%. In Gesamteuropa sind es dagegen nur 2,8% und in Deutschland gerade 3,1%. In Frankreich, Italien und Spanien zeigt man sich noch weniger an Twitter interessiert. Doch in Großbritannien sollen 5,8% der Nutzer über 15 Jahren den Dienst benutzen und in den Niederlanden sind es sogar 17,7%.

Für einen "Kernmarkt" ist das ein dürftiges Ergebnis des Vergleichs. Doch ein kostenloser SMS-Empfang der Tweets könnte das vielleicht richten - und Twitter einen größeren Anteil am Werbekuchen in Deutschland bescheren.

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