RäucherstäbchenRäucherstäbchen bei indilaya.de

Indische und tibetische Räucherstäbchen, Räucherkegel, Dhoop Sticks, Räucherwerk, Zubehör und vieles mehr...

 

Color, die gestern veröffentlichte "soziale" Foto-App für iPhones und Android-Geräte, hat keinen glücklichen Start hingelegt. Mangels einer kritischen Masse an anderen Color-Nutzern litten die ersten Testpersonen unter "Vereinsamung": Sie konnten keine Bilder anderer Personen sehen, weil es keine anderen Personen in der räumlichen Nähe gab und weil keine anderen Personen zuvor durch Kommentare für soziale Nähe gesorgt hatten.

Womit sich die Befürchtung des gestern bereits zitierten Suchmaschinen-Experten John Battelle bestätigt, dass eine an sich großartige Idee an der Ausführung scheitern könnte. Die Color-Entwickler hatten das Problem offenbar nicht vorhergesehen und keine entsprechenden Maßnahmen getroffen. Jetzt sollen nachträglich die Parameter der räumlichen Nähe stark erhöht werden. Galt bisher ein Schwellenwert von 50 Metern, ab dem andere Color-Nutzer als "nahe" eingestuft wurden, so soll diese Grenze in Abhängigkeit von der "Dichte" stark angehoben werden. In Städten wie Tokyo oder New York mit einer Vielzahl von Menschen wird sich der Wert vermutlich nur wenig ändern, doch in weniger dicht besiedelten Gebieten kann der Radius auf 800 Meter (1/2 Mile) angehoben werden. Das Update wird voraussichtlich in der nächsten Woche veröffentlicht.

Ob das den verkorksten Start noch einmal retten kann, bleibt offen. Denn nach wie vor gilt, dass sich die hinter Color stehende Idee erst ab einer kritischen Masse von Anwendern offenbart. Nach den ersten negativen Erfahrungsberichten und einer sehr durchwachsenen Bewertung durch die Anwender wird der Anreiz für weitere Downloads nicht zu hoch sein. Die Bauchlandung des ersten Tages hat aber auch der Befürchtung neue Nahrung gegeben, dass sich Silicon Valley schon wieder auf dem Weg in die nächste Blubberblase der Selbstüberschätzung bewegt.

Grund für diese Vermutung liefert vor allem die Investition in Höhe von 25 Millionen Dollar durch den Risikokapitalgeber Sequoia Capital. Weil Google von Sequoia einst "nur" die Hälfte dieses Betrages als Startkapital erhielt, wird der Color-Start als überhitzt empfunden. Doch dem kann man entgegnen, dass Kapitalgeber wie Sequoia sich selten Wunschträumen hingeben. Würden sie das tun, wären ihre Investitionen nicht so gut verzinst. Den Color-Entwicklern und hier vor allem dem CEO Bill Nguyen ist es gelungen, die Geldgeber von dem Konzept zu überzeugen. Das gilt nicht nur für Sequoia, sondern auch für den Risikokapitalgeber Bain Capital, der 9 Millionen Dollar locker machte und die Silicon Valley Bank, die zusätzlich einen Kredit über 7 Millionen Dollar gewährte.

Sequoias Einschätzung dürfte die beiden anderen Geldgeber sicher beeinflusst haben. Die Sequoia-Anlaysten gehen von einem schnellen Wachstum des Foto-Dienstes aus und sind davon überzeugt, dass Color das Zeug hat, sich "transformativ" auf die Branche auszuwirken. "Seit Google" habe man das nicht mehr erlebt. Und deshalb war Sequoia wohl auch besonders großzügig und bot an, 25 Millionen Dollar zu zahlen, um die Entwicklung zu beschleunigen. Fünf Jahre in eines zu quetschen war der ausdrückliche Wunsch der Geldgeber und die Color-Entwickler haben sich auf diesen Deal eingelassen. Jetzt müssen sie sich beeilen, denn die Uhr hat zu ticken begonnen und der erste Tag verlief nicht gut.

Links:



Du musst Dich anmelden oder registrieren, um einen Kommentar zu schreiben.

am häufigsten aufgerufen...