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29. März 2011
Posted in Internet News
Bereits gestern hat die New York Times ihre vor einem Jahr angekündigte Bezahlschranke international gestartet. Ebenfalls gestern hat Amazon eine Pressemitteilung veröffentlicht, wonach die jetzt kostenpflichtige Zeitung ab sofort kostenlos auf dem Lesegerät Kindle erhältlich ist. Eine weitere Ankündigung, die den gutmütigsten Beobachter zur Frage bringt, wieso die Zeitung denn überhaupt eine Paywall eingerichtet hat.
Die Frage stellt sich erst recht, da diese Bezahlhürde selbst enorme Kosten verursacht haben soll. Eine offizielle Angabe der NY Times liegt zwar nicht vor. Doch den Medienberichten, wonach 40 bis 50 Millionen Dollar Entwicklungskosten notwendig waren, wird bislang nicht widersprochen. Zumindest nicht von der Zeitung selbst.
In Technik-Blogs wird schon eher die Frage gestellt, wie ein Datenbank-System für die Kundenverwaltung so viel Geld verschlingen kann, wo doch die NY Times schon zuvor ein Registrationsverfahren im Einsatz hatte, das lediglich erweitert werden musste. Hinzu kommt, dass dieses derart teure System schon jetzt deutliche Mängel aufweist und beispielsweise über ein kleines Bookmarklet überlistet werden kann.
Auch in der angekündigten Funktionalität zeigen sich deutliche Lücken. Zwar hat die Zeitung angegeben, dass Links aus sozialen Netzwerken immer helfen sollen, die Bezahlwand zu überwinden. Doch in der Praxis zeigt sich, dass sogar der RSS-Feed der Zeitung (via "River Of Times") die Sperre aushebelt. Bei Google dagegen wirkt der Sperrzauber gründlicher als angekündigt. Suchmaschinen-Experte Danny Sullivan hat das System getestet und dabei festgestellt, dass der fünfte angeklickte Link aus Google News tatsächlich die Sperre auslöst. Doch das gilt auch für Links aus dem Google Reader, aus Google Buzz oder aus Google Mail. Eigentlich sollten diese Links nach Angaben des Verlages auch jetzt noch funktionieren, doch sie tun es nicht.
Dafür sind Links aus den nationalen Ablegern der Suchmaschine in Australien, Frankreich und Großbritannien weiterhin zielführend. Und falls das nicht klappt, genügt es die Cookies der Zeitung zu löschen, einen anderen Browser zu benutzen, oder die privaten (Incognito) Modi von Chrome, Firefox oder MSIE zu benutzen.
Zusammenfassend kommt Sullivan damit zu dem Ergebnis, dass die Paywall der Zeitung ganz schön löchrig ist und keine ernsthafte Sperre darstellt. Womit dann auch das Angebot Amazons an Wert verliert, denn als geldwertes Geschenk kann man die kostenlose Kindle-Version unter diesen Bedingungen kaum bezeichnen. Dass dieser löchrige Schutz die Zeitung so viel Geld gekostet hat, wie von US-Medien berichtet, scheint ebenfalls zweifelhaft. Fast möchte man sogar an der Absicht der Verantwortlichen zweifeln, überhaupt eine wirksame Sperre einzurichten - wären da nicht die gesperrten Zugriffe über Google, Bing und Yahoo.
Oder sollte sich die Paywall der Zeitung letztlich als ein PR-Gag entpuppen, der lediglich (und vermutlich vorübergehend) die von Rupert Murdoch als "Schmarotzer" bezeichneten Suchmaschinen behindert? Eine hohe Aufmerksamkeit hat die Ankündigung der Zeitung sicherlich verschafft. Und Pressemitteilungen wie die von Amazon werden der Reichweite ebenfalls nicht geschadet haben.
Nur der Ruf des Blattes könnte etwas leiden, sollte sich diese Vermutung bestätigen. Doch bisher hat die Zeitung ja noch nicht einmal dem Gerücht widersprochen, fast doppelt soviel Geld für eine löchrige Paywall ausgegeben zu haben, als Google an Startkapital für seine Suchmaschine hatte. Warum sollte man dann eingestehen, dass die ganze Sache mit der Paywall nicht so ganz den Tatsachen entsprach?
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