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Der gestern von Amazon USA gestartete Cloud Player sorgt weiter für Aufsehen. Vor allem US-Medien überschlagen sich mit Fragen nach der Legalität eines Online-Speicherplatzes für Musikdateien. Viele zitieren dabei anonyme oder auch namentlich genannte Vertreter der Musikindustrie, die sich alle "gewünscht hätten", dass Amazon vor dem Start dieses Dienstes um Erlaubnis fragt. Doch Amazon bleibt eisern bei der eigenen Einschätzung, dass es gar keiner Erlaubnis bedarf.

Auch von Seiten der Musikindustrie wird das im Grunde nicht bestritten. Einzig bei Reuters versteigt sich ein Vertreter der Musikindustrie zu der Aussage, dass der Online-Schrank Amazons "möglicherweise illegal" ist. Doch der Urheber dieser Einschätzung wird bei Reuters nicht einmal namentlich genannt.

Amazon bestreitet dagegen, dass die Speicherung in der Cloud rechtswidrig ist. Für das Handelshaus ist es gleich, ob ein MP3-Download auf eine externe Festplatte erfolgt oder auf iTunes erfolgt. Eine Sprecherin von Sony hält dagegen, das Unternehmen halte alle rechtlichen Optionen offen. Womit sie die Möglichkeit einer gerichtlichen Prüfung in den Raum stellt.

Sollte es dazu kommen, dann werden die Formulierungen der Verträge genau zu prüfen sein. Laut einem Musik-Distributor, der von AllThingsDigital zitiert wird, ist in diesen Verträgen von "permamenten Downloads" die Rede. Diese Downloads definieren sich aber durch ein "lokales Speichergerät" ("local storage device"). Ob die lokale Bezogenheit des Speichermediums aber aus juristischer Sicht anders zu bewerten ist als ein individuell nutzbarer Speicherplatz auf einem Cloud-Server, ist zweifelhaft. Schließlich können ein Notebook oder ein mobiles Telefon und die darauf gespeicherten Musikstücke auch nicht als lokal verortet bezeichnet werden.

Doch zu einem Streit, bei dem derart abstrakte Fragen zu klären sind, kommt es wahrscheinlich gar nicht. Auch wenn einzelne Vertreter der Musikindustrie sich heute angesäuert zeigen. Diese Verstimmungen sind vielleicht auch dadurch zu erklären, dass die Musikindustrie sich zur Zeit auch in Gesprächen mit Apple und Google befinden, bei denen es um solche Cloud-Lösungen geht. Die Tatsache, dass diese längst angekündigten Dienste bis heute noch nicht zur Verfügung stehen, lässt auf schwierige Verhandlungen schließen. Und in diese schwierigen Verhandungen platzt nun die Nachricht, dass Amazon einfach macht, was andere sich erkämpfen müssen. Das hat die Verhandlungsposition der Labels ganz sicher nicht gestärkt.

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