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Auch in Steve Jobs heiler Appstore-Welt gibt es schwarze Schafe. Das heißt, es ist eigentlich nicht richtig, den Hersteller eines Spieles als schwarzes Schaf zu bezeichnen, nur weil er deutlich überhöhte Preise für virtuelle Güter verlangt, sich aber sonst an die Regeln des Geräteherstellers hält.

Gemeint ist der japanische Spiele-Hersteller Capcom Interactive, der für iPhone und iPad das lustige Spielchen "Smurf's Village", beziehungsweise "Schlumpfdorf" entwickelt hat. Dieses Spiel ist kostenlos erhältlich, doch es empfiehlt sich, die von Apple gelieferten Warnhinweise zu beachten: "Smurf Village is free to play, but charges real money for additional in-app content".

Wobei der fragliche "in-app content" aus Schlumpfbeeren besteht, die man in unterschiedlichen Gebinden im Spiel erwerben kann, um den Bau von Häusern, Brücken oder anderen Etappenzielen des Spiels zu beschleunigen. Doch die Preise für diese Schlumpfbeeren haben es in sich. Ein Fass davon kostet 49,99 Dollar, eine Wagenladuing sogar knapp 90 Dollar. Und das kann sich im Laufe einer mehrstündigen Autofahrt zu einer Summe von mehreren tausend Dollar summieren, wie das Handelsblatt am Beispiel einer Familie aus Göteborg beschreibt.

Die Eltern hatten ihre Kinder auf dem Rücksitz mit dem iPad ruhiggestellt und sollen über jetzt 5.000 Euro für diesen Babysitter zahlen. Es liegt zwar auf der Hand, dass die Eltern das nicht wollen, und dass sie für dieses Geld keine angemessene Gegenleistung erhalten haben. Doch Capcom sieht keine Veranlassung, die Forderung zurückzuziehen. Und Apple - total unbeeinflusst von der 30%igen Umsatzbeteiligung - kann sich darauf stützen, die Spieler vor den Gefahren gewarnt zu haben.

Somit handelt es sich um ein vollkommen sauberes Geschäft, das durch den Download der Software zustande kam. Wie heißt es noch in "Latein für Besserwisser"? Pacta sunt servanda, Verträge müssen geschlumpft werden.

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