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28. April 2011
Posted in Internet News
Auch wenn Apple gestern recht verständlich erklärt hat, wie und warum es zu den lokalen Ortungsdaten in der Datei consolidated.db des iPhone kommt, bleiben viele Online-Medien robust bei ihrer Sicht der Dinge.
Das Spektrum der Beharrlichkeit zeigt sich schon in den Titeln der neueren Beiträge. Es reicht von "Apple zeigt sich reumütig" in der Süddeutschen Zeitung bis hin zu "Patent offenbart Apples Stalking-Pläne" in der PCWelt.
Wobei man angesichts gerade des letztgenannten Beitrags auch titeln könnte "Presse verliert Bodenhaftung", denn die Inhalte der Datei consolidated.db haben mit Stalking (Wikipedia-Definition) nicht das Geringste zu tun. Und bei dem ominösen Patent - leider wird weder der Titel des Patents, noch die USPTO-Nummer genannt und für einen Link hat es auch nicht gereicht - geht es um eine Anwendung, die den aktuellen Standort loggt. Das aber dürfen iPhone-Anwendungen, wenn es der Nutzer gestattet hat. Mit der fraglichen Datei, beziehungsweise mit dem "Locationgate-Skandal" hat das ohnehin gerade erst beantragte Patent jedoch nichts zu tun.
Allerdings liegt auch die Überschrift der Süddeutschen neben der Wahrheit, denn "reumütig" zeigt sich Apple keineswegs. Im Text der Zeitung ist übrigens entgegen der Behauptung in der Überschrift kein Hinweis auf diese Reue zu finden. Das Gegenteil ist der Fall, man zitiert dort die offizielle Stellungnahme, die als unmissverständliches Dementi bezeichnet werden muss: "Apple speichert den Aufenthaltsort Ihres iPhones nicht (...) Apple hat das nie getan und hat keine Pläne so etwas jemals zu tun".
Beispiele derart verzerrter Darstellungen lassen sich einen Tag nach Apples Stellungnahme noch in etlichen Berichten finden (vgl. Google News). Im Vordergrund der Presseerzeugnisse stehen oft die von Apple "eingestandenen" Software-Fehler und das angekündigte iOS-Update. Eine zentrale Aussage aber vermisst man:
"Presseberichte, wonach mit Hilfe der Inhalte der Datei consolidated.db eine nachträgliche, lückenlose Ortsbestimmung des iPhone vorgenommen werden kann, basierten auf einem Fehlschluss und waren extrem übertrieben".
Ein Fehlschluss, der übrigens auch hier gemacht wurde, denn am 21. April war bei intern.de zu lesen: "Die Einträge (der Datei consolidated.db) beziehen sich auf die jeweils genutzte Funkzelle sowie auf private Funknetzwerke, die das Gerät registriert".
Das aber ist falsch, wie Apple unmissverständlich klar gemacht hat. Die Einträge beziehen sich eben nicht direkt auf WLAN-Netze und Funkzellen, die das iPhone "registriert" also durch Messung erfasst. Die Einträge stehen lediglich indirekt mit den tatsächlichen Ortsangaben in Beziehung, denn die Messergebnisse des iPhone werden anonymisiert und verschlüsselt an Apple geliefert. Apple wiederum liefert im Gegenzug Daten zurück, die zu den Angaben des Gerätes passen könnten.
Um es mit einer Metapher zu umschreiben: Wenn das iPhone an Apple die Adresse eines bestimmten Hauses einer Stadt sendet, dann schickt Apple einen winzigen Ausschnitt seines globalen Kartenwerks zurück, der eine detaillierte Karte mit Landmarken (Kirchen, Brücken, Türme) des umliegenden Stadtgebietes enthält. Damit soll dem Gerät die Navigation erleichtert werden. Diese Karte wird mit dem Tagesdatum der Übertragung auf dem iPhone abgelegt und kann später erneut benutzt werden, wenn das Gerät sich wieder in der gleichen Gegend befindet. Das Datum der Karte wird dann aber nur verändert, wenn sich die darauf eingezeichneten Landmarken geändert haben.
Diese (schon ökonomisch verständliche) langfristige Speicherung, der Mangel an Verschlüsselung des Kartenmaterials in der lokalen Datei sowie der Umstand, dass die Aktualisierung auch erfolgt, wenn überhaupt keine Karten benötigt werden (Anwendungen mit Ortsbezug sind deaktiviert), können bemängelt werden.
Doch das ist aber auch schon alles und der "Impact" dieser Mängel auf die Privatsphäre des Einzelnen ist so gut wie nicht vorhanden. Zumindest, wenn es um die mutmaßliche Verletzung des Datenschutzes durch die Inhalte der Datei consolidated.db geht.
Aus diesen Daten lässt sich nicht stichhaltig folgern, dass der Besitzer eines iPhone an einem bestimmten Tag an einem bestimmten Ort war. Sofern sich Daten mit der Time Stamp dieses bestimmten Tages in der consolidated.db befinden, dann gibt es für den Besuch der damit verbundenen Region zwar eine bestimmte Wahrscheinlichkeit. Angaben dazu sind aber örtlich nur grob näherungsweise möglich.
Außerdem müssen Fehlerquellen einkalkuliert werden, wie sie schon ein bei eBay erworbener gebrauchter Router mit sich bringen kann, der vom iPhone "am falschen Ort" registristriert wird. Und wiederholte Besuche am gleichen Ort bleiben höchstwahrscheinlich vollständig unerkannt, weil dabei kein Update der Daten notwendig wird.
Für die von Apple intendierten Zwecke der GPS-Unterstützung sind solche Fehler des Kartenmaterials lässlich. Für eine forensische Beweisführung mit Hilfe der consolidated.db bedeuten sie das Aus. Bewegungsmuster, wie sie ebenfalls hier am 21. April angesprochen wurden, sind bestenfalls kursorisch (besuchte Orte erscheinen jeweils nur einmal) und fehlerhaft möglich.
Für Beweiszwecke taugen die Daten also nur dann, wenn es um die Argumentation des ebenfalls beispielhaft erwähnten eifersüchtigen Ehemanns geht. Doch in solchen Fällen sind ähnlich wie bei der Inquisition auch Anscheinsbeweise ausreichend. Wenn das iPhone in solchen Fällen für "Beweise" sorgt, sollte man das den Inquisitoren, nicht aber dem Unternehmen zur Last legen.
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