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In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken

 

Die einstigen YouTube-Gründer Chad Hurley und Steve Chen sorgen mit dem Kauf von Del.icio.us (heute delicious.com) für Schlagzeilen und auch ein wenig für gute Laune, wie man an einem Posting des Guardian erkennen kann. Die britische Zeitung macht ihren Beitrag mit einem Screenshot von zwei eher trübsinnig dreinblickenden Gestalten aus einem YouTube-Video auf, und merkt dazu an: "Das sind nicht Chen und Hurley. Wir wollten das nur klar machen".

chen-hurleyGrund für diese kleine Prise britischen Humors bietet der Kauf des Bookmarking-Dienstes durch Chen und Hurleys neuestes Unternehmen AVOS durchaus. Als Einstieg genügt schon eine Erinnerung an das Video aus dem Jahr 2006, in dem Chen und Hurley kaum ihre Gesichtsmuskeln unter Kontrolle halten können, nachdem sie gerade YouTube für 1,76 Milliarden Dollar an Google verkauft haben.

Der jetzt gerüchteweise kolportierte Preis von 1 Million Dollar, den sie angeblich für Delicious gezahlt haben sollen, kontrastiert auffällig zu diesem Milliardengeschenk.

Erst recht, da YouTube vor dem Kauf durch die finanziell potente Suchmaschine vor unlösbar scheinenden urheberrechtlichen Problemen stand. Es gab damals sicher genügend Unternehmen, die YouTube aus diesem Grund nicht einmal für lau übernommen hätten. Allerdings fällt es schwer, an den Schnäppchenpreis von 1 Million Dollar für Delicious zu glauben.

Zunächst einmal, weil diese Preisschätzung auf Gerüchte im März zurückgeht, bei denen es um die angebliche Unverkäuflichkeit des angeblichen Bookmark-Dienstes ging. Wie bei intern.de allerdings auch schon spekuliert wurde, befindet sich der bisherige Inhaber Yahoo in einer Art Abwicklungs-Phase. Das Unternehmen erweckt den Eindruck, sich peu à peu aus dem Online-Mediengeschäft zurückzuziehen. Der mit Microsoft geschlossene Deal bezüglich der Suchmaschine von Yahoo spricht in dieser Hinsicht Bände.

In dieser Situation wäre Yahoo aber kaum bereit, einen immer noch aktiven und gut besuchten Dienst wie Delicious für kleines Geld zu verscherbeln. Digg.com und Reddit.com mögen Delicious den Rang abgelaufen haben und der Bär mag heute ohnehin auf Facebook tanzen. Doch Delicious spielt - was die Popularität angeht - in einer ähnlichen Preisklasse wie das IT-Blog techCrunch, das im September 2010 von AOL übernommen wurde. Angeblich wurde dafür ein Preis von 25 Millionen Dollar gezahlt.

In mindestens vergleichbarer Höhe dürften sich auch die Vorstellungen von Yahoo bewegt haben. Erst recht, weil Yahoo selbst vor sechs Jahren 30 Millionen Dollar für Delicious zahlte. Inzwischen zeigt der Bookmark-Dienst zwar einige Zeichen der Vernachlässigung. Doch werthaltig ist Delicious sicher noch.

Vielleicht gelingt es Chen und Hurley sogar, dem Dienst wieder neues Leben einzuhauchen. Falls sie das schaffen, können sie Delicious in einigen Jahren auch wieder mit einem kleinen Aufschlag an Google abtreten. Oder an Microsoft, denn dort orientiert man sich gerne am Vorbild Googles.

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