Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
18. Mai 2011
Posted in Internet News
Microsoft-Gründer Bill Gates meldet sich bei BBC zu Wort und stellt sich hinter die Entscheidung seines Unternehmens, 8,5 Milliarden Dollar in den Kauf von Skype zu investieren. Die bisher größte Firmenübernahme in der Geschichte Microsofts hat laut Gates ganz klar strategische Ziele, wobei er den Marktvorteil Skypes hinsichtlich der Video-Telefonie in den Vordergund stellt. Denn die Video-Telefonie wird nach Ansicht von Gates in der Zukunft eine viel größere Rolle spielen als heute.
Der frühere Microsoft-Chef bestätigt damit in gewissem Sinne die Bedeutung, die auch hier der Skype-Übernahme beigemessen wurde. Das Blog Fox@Fury spinnt diese Gedanken aber noch ein Stückchen weiter und erkennt in Microsofts Vorgehen sowie in den Maßnahmen von Apple und Google ein gemeinsames Ziel: Die Entmachtung der Mobilfunkunternehmen.
Eine Überlegung, die sicher nicht der Grundlage entbehrt, denn die Mobilfunkunternehmen erweisen sich zunehmend als Hemmschuh bei der mobilen Entwicklung. Die Preispolitik der Unternehmen steht der technischen Weiterentwicklung regelrecht im Weg, denn welchen Grund sollten die Unternehmen haben, neue technische Möglichkeiten zu integrieren, wenn bestehende Produkte wie beispielsweise SMS schon unvorstellbar hohe Gewinnspannen möglich machen?
Ähnlich verhält es sich beim Einsatz der schnellen 4G-Verbindungen, die nicht für die Sprachtelefonie Verwendung finden, die aber auch häufig nicht für VoIP genutzt werden dürfen. Es ist die Abrechnung nach Minutenpreisen oder teuren Flatrates, die einerseits eine effizientere und fortschrittlichere Nutzung des Mobilfunks für die Telefonie oder auch andere Funktionen verhindern. Und die andererseits auch die Nutzung von WiFi für die gleichen Zwecke reglementieren, um eine Flucht aus dem Preissystem der Mobilfunkunternehmen zu verhindern.
Neu entdeckte Möglichkeiten der Video-Telefonie wie etwa Apple FaceTime oder auch die seit Jahren möglichen Videoanrufe bei Nokia-Geräten bleiben wegen dieser Probleme praktisch ungenutzt. Und es gibt kaum einen Weg, die Blockade der mobilen Carrier zu umgehen, denn die Mobilfunkanbieter haben in vielerlei Hinsicht die Kontrolle über den Zugang zu ihren Netzen.
Mit der neuen Allianz, die auf Seiten Microsofts gerade entsteht, könnte sich dieses Bild aber ändern. Denn ein großer Gerätehersteller wie der enge Microsoft-Partner Nokia, der OS-Hersteller selbst und der Quasi-VoiP-Anbieter Skype samt dem Publikumsliebling Facebook haben eventuell schon die Möglichkeit, die verkrusteten Strukturen aufzubrechen. Wobei gerade Nokia und seiner Fülle an einfacheren Feature Phones vermutlich eine wichtige Rolle zukommt.
Dass neben Microsoft auch Apple und Google solche Absichten hegen, liegt eigentlich auf der Hand. Apple hat mit FaceTime schon den Versuch gestartet, das künstlich beschränkte Telefonie-Konzept aufzubrechen und der iPod touch kann schon fast als WiFi-Telefon angesehen werden. Google dagegen hat sich mit Google Voice und auch mit der aktiven und geräuschstarken Teilnahme an der Spektrums-Versteigerung als Befürworter eines offeneren Marktes geäußert. Dass Google sich auch hinsichtlich Android wünschen würde, mehr Kontrolle über die Mobilfunktechnik zu haben, dürfte ebenfalls außer Frage stehen.
Man sollte sich daher bei beiden Firmen nicht wundern, wenn sie in den kommenden Monaten Schritte des Konkurrenten Microsofts unterstützen werden. Denn alle drei Unternehmen ziehen in gewisser Weise am selben Strang.
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