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27. Mai 2011
Posted in Internet News
Googles gestrige Ankündigung des neuen Zahlungssystems Google Wallet konnte kaum mehr überraschen, nachdem schon viele Details im Vorfeld bekannt geworden waren. Dennoch wurde die Ankündigung von einem Paukenschlag begleitet, denn Paypal hat überraschend angekündigt, gegen Google zu klagen.
In der Pressemitteilung geht Paypal zwar mit keinem Wort auf Google Wallet ein. Doch der zeitliche Zusammenhang ist unübersehbar und es geht in der Klage um die Handlungen zweier eBay-Mitarbeiter, die heute bei Google arbeiten und die Firmengeheimnisse aus dem Bereich des Zahlungssystems eBays verraten haben sollen.
Konkret geht es dabei um Osama Bedier und Stephanie Tilenius, wobei letztere schon vor zwei Jahren eBay verlassen hat. Allerdings hat sie nach ihrem Weggang einen Beratervertrag mit Paypal vereinbart, der sie auch dazu verpflichtete, keine Paypal-Mitarbeiter abzuwerben. Diese Verpflichtung hatte laut Klageschrift bis März 2011 Bestand. Dennoch soll sie schon im vergangenen Jahr eine aktive Rolle bei der Abwerbung Bediers gespielt haben. Dieser hat eBay im Januar 2011 verlassen. Doch schon in den Monaten zuvor gab es Job Interviews und ein konkretes Angebot, Googles, das dieser auch annehmen wollte.
Doch er änderte bis zu seinem eigentliche Weggang mehrfach seine Meinung und erklärte, doch bei eBay bleiben zu wollen. Wobei er in dieser Phase zugleich an Verhandlungen zwischen eBay und Google beteiligt war, bei denen es um die Benutzung von Paypal in Googles Android Market ging.
Die in der Klageschrift zusammengefassten Vorwürfe Paypals beziehungsweise eBays sind teilweise sehr konkret und insgesamt durchaus nachvollziehbar. Wenn die Behauptungen stimmen, so hat Bedier kurz vor seinem Weggang noch die aktuellsten Informationen über das Zahlungssystem eBays abgerufen und auf seinem privaten PC gespeichert. Mindestens einmal soll er Daten auf Dropbox (.com) abgelegt haben, einem mit Rapidshare vergleichbaren Hosting-Dienst.
Ein Zusammenhang mit Google Wallet ist dabei auch unverkennbar, denn Bedier war als "Vice President of Platform, Mobile, and New Ventures" auch für Wallet-Technologien zuständig. Also für digitale Brieftaschen, mit denen in Ladengeschäften gezahlt werden kann. Bei seinem fragwürdigen Wechsel von Paypal zu Google soll dabei auch der Wechsel an der Google-Spitze eine Rolle gespielt haben.
Bedier verließ Papypal vier Tage nachdem Google am 24. Januar bekannt gegeben hatte, dass Larry Page den bisherigen CEO Eric Schmidt ersetzen wird. Im Beisein von Page hatte auch das letzte Job Interview im Oktober stattgefunden, bei dem vermutlich schon Details der Stellenbeschreibung verhandelt wurden. Noch während der Amtszeit Schmidts wurde ein Vertrag unterzeichnet, bei dem es um die erwähnte Benutzung von Paypal im Android Market ging. Doch diese Vertragsunterzeichnung wurde nicht kommuniziert und der Vertrag wurde wenige Tage nach Pages Amtsantritt "ruiniert".
Wörtlich heißt es in der Klageschrift: "(Google) war nicht länger an einer Partnerschaft mit Apple interessiert, entschied sich aber stattdessen für den Aufbau eines konkurrierenden Produktes mit Hilfe früherer Mitarbeiter (Paypals) und mit leitenden Angestellten (Paypals) an der Spitze".
Dieser Satz gibt der ganzen Sache eine besondere Würze, denn es geht Google demnach nicht nur um ein Wallet-Produkt, sondern auch um ein Online-Zahlungssystem. Das würde dann auch die teilweise geäußerte Kritik an Google Wallet entkräften. Im Business Insider wurde beispielsweise nach dem ganzen Klamauk um das Wallet die nicht unangebrachte Frage gestellt, ob denn das Google Wallet wirklich der große Wurf ist. Denn das dabei benutzte NFC-Verfahren ist schick, macht die Bezahlung aber nicht bedeutsam einfacher.
Nach der Klage Paypals erscheint das Wallet nun in einem anderen Licht, denn nun muss man sich die Frage stellen, ob Google Wallet nicht einfach nur der Einstieg in ein neues Zahlungssystem ist, bei dem das Wissen und auch die Kontakte der früheren Paypal-Mitarbeiter eine entscheidende Rolle spielen.
Wobei man nicht vergessen darf, dass Google mit Checkout bereits einen direkten Paypal-Konkurrenten entwickelt hat. Nur ist dieser Dienst was den kommerziellen Erfolg angeht mit Paypal nicht zu vergleichen. Nicht vergessen darf man aber auch, dass Paypal einer Lizenz zum Gelddrucken entspricht und sich peu à peu zur wichtigsten Einnahmequelle eBays entwickelt. Da könnte mancher neidisch werden, vielleicht sogar Google...
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