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06. Juni 2011
Posted in Internet News
Die Politikerin Sarah Palin, die im US-Wahlkampf 2008 an der Seite von Präsidentschaftskandidat John McCain erfolglos als Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten antrat, schafft es auch heute noch, das politische Tagesgeschehen ihres Landes in ein skurriles Licht zu tauchen. Wobei ein Teil ihrer Anhängerschaft ebenso wie die Ex-Gouverneurin bereit ist, im Zweifelsfall die Wahrheit so umzuformen, dass sie mit den eigenen Vorstellungen übereinstimmt. Das macht ein aktuelles Beispiel deutlich.
Zur Zeit tingelt Palin mit einem Bus durch die USA, was von vielen Beobachtern als Indiz für eine mögliche Kandidatur bei der nächsten Präsidentschaftswahl gewertet wird. Was Palin aber meist bestreitet. Bei einem Aufenthalt in der Ostküstenstadt Boston wurde Palin zu ihrem Wissen über den Nationalhelden Paul Revere befragt, der heute als Freiheitskämpfer aus den Zeiten des Unabhängigkeitskrieges gilt.
Welche Rolle der geschichtliche Revere dabei tatsächlich spielte, sei dahingestellt. Nach einem kurzen Zwischenspiel als Offizier, bei dem er an einem jämmerlich und unter großen Verlusten gescheiterten Angriff teilnahm, wurde er jedenfalls von einem Kriegsgericht verurteilt. Doch Geschichte wird von Gewinnern geschrieben und darum ist Revere heute ein Held der USA. Wozu sicher auch ein Gedicht über seinen historischen Ritt beitrug, das 40 Jahre nach seinem Tod geschrieben wurde.
Um diesen Ritt ging es dann auch bei dem Interview der Nicht-Präsidentschaftskandidatin und was sie zu sagen hatte, wurde der Sache durchaus gerecht. Sie meinte, Revere sei jener Mann gewesen, der "die Briten gewarnt hat, so dass sie nicht unsere Waffen wegnehmen, indem er mit Glocken läutete und Warnschüsse abgab...".
Nun ist es zunächst so, dass Revere diesen eigentlichen Ritt eigentlich gar nicht absolvierte, sondern ein anderer Mann. Statt der gesamten Strecke von 345 Meilen ritt Revere nur 19 Meilen. Sein Auftrag war es auch nicht, mit Glockenläuten und Warnschüssen durch die Städtchen zu reiten, sondern die Freiheitskämpfer in diesen Siedlungen über einen Vormarsch und möglichen Angriff der britischen Armee zu informieren. Was er vernünftigerweise wohl eher im Stillen getan hätte - wenn er es denn getan hätte.
Tatsächlich warnte Revere zwar die Briten - womit die britischen Soldaten und nicht die damals noch überwiegend britischen Siedler gemeint sind -, das aber erst, nachdem sie ihn verhaftet hatten. Doch sein Ritt gilt heute als historische Tat und in einem Land, das nur auf eine kurze Geschichte zurückblicken kann, sind solche Geschehnisse heilig.
Eine patriotische Politikerin wie Palin wiederum kann es sich daher nicht erlauben, die "wahre" Geschichte nicht zu kennen. Daher steht Palin nun weiterhin eisern zu ihrer Darstellung, auch wenn sie sich weder mit den wahren noch den patriotisch erdichteten Ereignissen deckt. Ihre Anhänger wiederum haben kein Problem, Palins faktenarme Ausführung so umzudeuten, dass man sie als patriotisch korrekt bezeichnen kann.
Ein echtes Problem haben nun aber die Editoren der Wikipedia, denn dort tanzt seit einigen Tagen der Bär. Immerhin 80 Überarbeitungen des Artikels "Paul Revere" sowie lange Diskussionen in den Wikipedia-Foren zeugen von dem historischen Kampf, den die Editoren gegen die Versuche der Palin-Anhänger auszufechten haben. Denn diese versuchen, dem Artikel einen "Spin" zu geben, der sich mit Palins uninspiriertem Gestammel deckt. Womit sich zeigt, dass es gar keines "großen Bruders" bedarf, um Geschichtsklitterung zu betreiben. Das gesunde Volksempfinden reicht schon vollkommen aus.
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