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In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken

 

Im Google Watch Blog, wo sonst fast ausschließlich Positives über die Suchmaschine zu lesen ist, wird eine Änderung des Dienstes Google Profile vorsichtig kritisiert: Die bisher als "privat" definierten Profile verschwinden, eine in der Hilfe "versteckte" Information erklärt das zur Glaubensangelegenheit: "Wir glauben, dass Google Profile dadurch am nützlichsten ist, dass andere den Profileigentümer leichter finden und sich online mit ihm oder ihr in Verbindung setzen können".

Diese Erklärung dreht sich natürlich ein wenig im Kreis, denn die bisher mögliche Einstellungs-Option "privat" wurde sinnvollerweise gewählt, wenn man eben nicht gefunden werden wollte. Eine bessere Erklärung ist es also vermutlich, dass Google das bisherige Konzept der Anwender-Profile ändert. Das wiederum dürfte im Zusammenhang mit der Einführung von Google +1 zu sehen sein, denn auch dieses neue Bewertungsverfahren setzt voraus, dass der Anwender über ein Google Profil verfügt.

Ohne Profil kein +1 und weil ein +1 auch voraussetzt, dass der Bewerter sich mit seinem Profil zu erkennen gibt, sind private Profile einfach nicht mehr zeitgemäß. Daher schafft Google diese privaten Profile nun einfach ab, wenn sie nicht rechtzeitig öffentlich gemacht werden. Nach dem 31. Juli müssen alle Profile öffentlich sein, oder sie werden von Google gelöscht.

Und der Druck auf die Anwender steigt, das Internet nur noch als identifizierbare Google-Einheit zu benutzen, Google-Anzeigen, Google-Suchergebnisse und Websites mit Namensangabe zu bewerten und sich an den Bewertungen von Google-Freunden, beziehungsweise Google-Bekannten zu orientieren.

Das sich dahinter verbergende Konzept des "Individuums" ist einfach gestrickt. Man steht zu seinen Meinungen, hat nichts zu verbergen und ist wie eine Ameise mit ihren Antennenfühlern ständig auf der Suche nach sozialen Signalen. Doch zur Erzielung von Werbeeinnahmen reicht dieses Menschenbild aus.

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