Wellness Südtirol
In einem Wellnesshotel in Südtirol vom Alltag abschalten und auftanken
28. Juni 2011
Posted in Internet News
Google hat - wie alle halbe Jahre - seinen "Transparency Report" veröffentlicht, der über staatliche Eingriffe in die Arbeit der Suchmaschine aufklären soll. Leider lässt Google aber auch dieses Mal den interessierten Leser bei der Interpretation der Daten im Stich.
So mag es zwar verständlich sein, wenn in den Vereinigten Staaten die meisten (n=4.601) behördlichen Anfragen bezüglich der Herausgabe von Nutzerdaten registriert werden. Es ist auch nachvollziehbar, wenn die Suchmaschine in ihrem Heimatland der überwiegenden Zahl von Anfragen (94%) auch nachkommt. Doch warum wird zugleich keine einzige Anfrage dieser Art aus der Schweiz berichtet? Und warum gibt Google für Ungarn (68 Forderungen nach Datenherausgabe) und die Türkei (45 Forderungen nach Datenherausgabe) jeweils an, keiner einzigen dieser Anfragen nachgekommen zu sein? Von den 768 behördlichen Anfragen nach Nutzerdaten wurden in Deutschland 76% von Google ausgeführt, von den 1.021 Anfragen in Frankreich dagegen nur 56%.
Ähnlich verhält es sich mit den Daten zu den von staatlicher Seite geforderten Entfernung von Inhalten. Hier steht Brasilien mit 263 "Removal Requests" auf Platz 1 der Liste, gefolgt von Südkorea (139) und Deutschland (118). Doch die 118 auf deutscher Seite gestellten Anträge entsprechen 1.932 entfernten "Items". Großbritannien dagegen hat nur 38 Forderungen dieser Art erhoben, doch Google hat im Auftrag der britischen Regierung 93.518 verschiedene Inhalte entfernt. Die 38 britischen Forderungen haben also sehr viele Web-Inhalte gleichzeitig betroffen.
Aber ohne weitere Informationen ist auch das kaum einzuordnen. Immerhin in einem Punkt hat Googles Transparenz-Report allerdings Fortschritte gemacht. Noch bis zum letzten Jahr wurden die Forderungen der chinesischen Regierung in dem Bericht gar nicht erst erwähnt, weil Chinas Regierung in diesen Informationen ein Staatsgeheimnis sieht. Wie es sich für Nicht-Demokratien gehört, waren die Informationen über Zensur also der Zensur zum Opfer gefallen.
Im letzten Bericht stellt sich dieses Problem nun nicht mehr. Google hat China ja ein wenig den Rücken zugewandt und schickt Besucher von google.cn jetzt mit einem Link auf google.com.hk weiter. Wer das nicht will, kann unter google.cn nach Musik suchen oder sich Texte von Google übersetzen lassen. Inhalte, die es zu entfernen gilt, sind dort nicht zu finden. Folgerichtig werden in China wie in der Schweiz keine Forderungen dieser Art gestellt. Es lebe die Statistik!
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