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Die gestern überraschend bekanntgegebene Übernahme von Motorolas Mobilfunksparte durch Google versetzt die Kommentatoren in Verzückung. Die Einen sehen darin einen Geniestreich des neuen, alten Firmenchefs Larry Page. Die Anderen dagegen sehen in dem Deal einen der größten Flops der Firmengeschichte Googles.

Womit zumindest Eines klar zu sein scheint: Die Vorteile oder Nachteile des Deals sind für Außenstehende nicht zu bewerten und das ganze Stochern im Nebel zeigt nur, dass keiner der Kommentierenden die Situation letztendlich beurteilen kann.

Einen großen Vorteil des Deals für Google sehen die meisten Beobachter in dem gleichzeitigen Erwerb der Motorola Mobilfunk-Patente: 17:000 bereits eingetragene Schutzschriften und 7.500 Patentanträge sollen Google dabei helfen, den Drohungen von Apple, Microsoft und anderen besser begegnen zu können. Eine Argumentation, die sich sehr gut mit den Aussagen vereinbaren lässt, die Google zuletzt verbreitete.

Die Suchmaschine hatte sich beispielsweise an der Auktion von Patenten des kanadischen Unternehmens Nortel beteiligt, aber nicht den Zuschlag erhalten. Den erhielt ein Konsortium, dem auch Apple und Microsoft angehören. Dann kaufte Google die Rechte an 1.000 Patenten von IBM, veröffentlichte aber kurz darauf eine Stellungnahme, wonach das Unternehmen sich von Apple, Microsoft und Co bedroht sieht.

Zwischen diesen beiden Ereignissen soll Google laut GigaOm auf oberster Führungsebene bereits Gespräche mit Motorola geführt haben. Seit fünf Wochen dauern diese Verhandlungen demnach an. Und während dieser Zeit erfolgte auch das erste Lamento Googles über die Konkurrenten, die mit Hilfe ihrer Patente das mobile Betriebssystem Android zu Fall bringen wollen.

Womit sich die Frage verbindet, ob der öffentlichkeitswirksam ausgestreckte Finger Googles schon dem Zweck diente, die Investoren auf den Motorola-Deal vorzubereiten, ob dies die fette Kröte schmackhaft machen sollte.

Für diese Überlegung spricht, dass der Kaufpreis des Geräteherstellers sehr hoch ist und die Übernahme keinen schnellen Profit verspricht - eher das Gegenteil ist der Fall. Allerdings stellt sich dabei auch die Frage, ob Google zu diesem Zeitpunkt bekannt war, dass Microsoft ebenfalls zu den Interessenten zählt und ebenfalls Gespräche mit der Motorola-Firmenleitung führt. Das jedenfalls behauptet Om Malik (GigaOm).

Das von Google gemachte Angebot muss aber letztlich besser gewesen sein, denn die Suchmaschine erhielt den Zuschlag. Auch Microsoft dürfte zwar über die für den Kauf notwendigen Barreserven verfügen, doch der Erwerb eines Hardware-Herstellers "passt" nicht zu Microsoft. Und 12,5 Milliarden Dollar für noch mehr Patente sind aus Sicht Microsofts sicher ein übertrieben hoher Preis. Bei Google dagegen muss der Leidensdruck ob des zunehmend wahrgenommenen Patent-Mangels gewaltig gewesen sein.

Was aber zu zwei spannenden Fragen führt. Die erste Frage ist es, ob Google - nun mit Patenten  hinreichend ausgestattet - auch den Ausstieg aus der Open Source-Welt für Android sucht. Davon geht man jedenfalls in einem Bericht der deutschen Mittelstandsnachrichten aus.

Die zweite Frage ist, was Google für den "Rest" von Motorola Mobility plant. Denn zu Google "passt" ein Gerätehersteller noch weniger als zu Microsoft. Wer das bezweifelt, sollte an die Erfahrungen denken, die Google alleine schon mit dem Vertrieb des Nexus One machen durfte. Dennoch scheint man bei Google willens, dem Gerätehersteller nach der Übernahme eine Chance zu geben.

Und auch wenn die meisten Kritiker dem Unternehmen auf dem heutigen Smartphone-Markt nur wenige Chancen einräumen, darf man nicht die positiven Seiten des IT-Traditionsunternehmens vergessen. Dazu zählt nicht zuletzt ein Image als Hersteller qualitativ hochwertiger Geräte. Das ist für einen Android-Hersteller unter Googles Führung nicht die schlechteste Ausgangsbasis und möglicherweise auch eine Lösung für das Problem, dass andere Android-Hersteller wie HTC oder Samsung mit der Doppelrolle Googles als Partner und Konkurrent haben könnten.

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