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Eric Schmidt, bis April Googles Chef, jetzt Vorstandsvorsitzender der Suchmaschine, heizt mit seinen Kommentaren bei einer Fernsehveranstaltung im schottischen Edinburgh die Diskussion um Google+ und die dort verlangte Identifizierung mit Realnamen erneut an. Schmidt erklärt, dass diese Forderung Googles von zentraler Bedeutung ist, denn Google+ sei in erster Linie als Identitäts-Service gedacht und zukünftige Produkte Googles würden auf diesem Service aufbauen.

Die ihm weiter zugeschriebene Aussage, dass die Menschen Google+ nicht benutzen müssen, muss dabei zunächst relativiert werden. Schmidt wurde vom ebenfalls anwesenden NPR-Journalisten Andy Carvin gefragt, wie Google seine Forderung nach Realnamen begründet, wenn die Aufdeckung der eigenen Identität die Menschen in Schwierigkeiten bringen kann. Hierauf meinte Schmidt sinngemäß, es sei wohl selbstverständlich, dass Menschen, die mit der Benutzung ihres Namens ein Risiko eingehen, Google+ wohl besser nicht benutzen. Zugleich erklärte er die Forderung so, dass die Nennung des eigenen Namens das Vertrauen in die jeweilige Person erhöhen kann. Ähnlich hatte Googles Vic Gondutra bei anderer Gelegenheit gemeint, dass die Benutzung des wahren Namens das Verhalten des Einzelnen positiv beeinflusse.

Nun ist an diesen Einschätzungen beziehungsweise Gemeinplätzen kaum etwas zu deuteln. Jeder Teilnehmer an Forendiskussionen weiß, dass die persönliche Identifizierung dazu beiträgt, dass alle Teilnehmer die Contenance bewahren. So, wie es im Straßenverkehr eine interessante Feststellung ist, dass Fahrer, die sich gerade noch den Stinkefnger zeigten, plötzlich wieder die Form wahren, wenn sie sich von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen. Genauso, wie Telefonrufe bei Ämtern oftmals erfolgreicher verlaufen, wenn man sie mit den Fragen einleitet: "wie war ihr Name nochmal?" (...) Könnten Sie das bitte bchstabieren?". Oder, wie Polizeibeamte plötzlich einen anderen Ton anschlagen, wenn man ihren Namen kennt.

Doch das letzte Beispiel zeigt auch die Schwächen an Schmidts Argumentation: Deutsche Polizeibeamte sind nicht zum Tragen von Namensschildern verpflichtet, auch wenn dies oftmals gefordert wird. Auch hier wird der Schutz des Beamten als Argument genannt, auf die Identifizierung zu verzichten.

Schmidt beziehungsweise Google verlangen aber, dass nicht uniformierte und nicht bewaffnete Nutzer auf diesen Schutz verzichten, wenn sie sich rein privat bei Google+ betätigen. Obwohl viele Menschen - beispielsweise nach Trennungen oder Konflikten - die besten Gründe haben, ihre Spuren im Internet für die Masse der Anwender zu verschleiern. Diese Menschen mögen zwar auch einen Anspruch auf die Teinahme am sozialen Netzwerkeln haben, doch sie sind bei Google+ unerwünscht.

Und zwar, weil Google weitere Dienste auf Google+ aufbauen möchte, für die diese Menschen in den Augen des Unternehmens wohl auch unnötig sind. Da wird sich mancher die Frage stellen, ob es denn erstrebenswert ist, Googles Vorstellungen beziehungsweise Forderungen zu entsprechen. Denn Googles Idealtyp der "social Networker" scheinen nicht jene zu sein, die privatem Geplauder zugetan sind und dies gerne online, aber dennoch vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen tun.

Idealtyp sind vielmehr Personen, die die Frage "Was gibt's Neues?" gerne mit einer Deklaration an die gesamte Menschheit verbinden. Menschen also, die sich als Teil der Öffentlichkeit verstehen - und die vermutlich den nicht-öffentlichen Teil ihres Lebens nicht bei Google+ breitwalzen.

Doch wenn Googles Bild vom öffentlichen Menschen bei der Schaffung von Google+ Pate stand, dann muss man sich ernsthaft Sorgen um die Zukunft dieses Netzwerks machen. Denn die Erwartungen der Nutzer an ein soziales Netzwerk weichen vermutlich stark von Googles Vorstellungen ab.

Allerdings ist diese Interpretation möglicherweise auch die Folge von Googles Reaktion auf Kritik. Diese Kritik - in der Beta-Phase eines Dienstes eigentlich etwas ganz Normales - traf die Verpflichtung, den wahren, persönlichen Namen zu nennen, auf Spitznamen zu verzichten und auch die geschäftliche Nutzung von Google+ zu unterlassen.

Nun hätten andere Unternehmen vermutlich diese Kritik akzeptiert und beispielsweise von den Benutzern verlangt, den wahren Namen bei der Anmeldung zwar zu nennen, aber diesen Namen nicht öffentlich zu machen. Wenn es - wie unterstellt - Googles hauptsächliches Interesse wäre, diese Namen dann für Werbezwecke zu gebrauchen, dann wäre das in dieser Konstellation immer noch möglich. Es wäre auch möglich, weitere Dienste auf Google+ aufzubauen und trotzdem Pseudonyme als Username zu akzeptieren. Solange Follower, Freunde, Geschäftspartner oder andere Nutzer mit gerechtfertigtem Interesse den Realnamen erhalten können, wäre das alles kein Problem.

Doch Google hat als Unternehmen schon oft bewiesen, nicht kritikfähig zu sein. Selbst wenn es Möglichkeiten gäbe, einer anderen Position nachzugeben, so verweigert man sich dennoch jedem Kompromiss. Genau das scheint man bei der Diskussion um die Realnamen-Richtlinie wieder beobachten zu können. Wobei das Fehlen sozialer Kompetenz beim Aufbau eines sozialen Netzwerks besonders augenfällig ist.

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